Digital-TV: Einführung mit zwiespältiger Bilanz

8. Februar 2007, 11:03
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Nur 35.000 Gutscheine für DVB-T-Boxen wurden bisher eingelöst - Ab März 2007 wird es ernst

Bis Montag konnte in Österreich mittels Gutschein jeder ORF-Gebührenzahler eine geförderte DVB-T-Box beziehen. Lediglich 35.000 Gutscheine wurden in den letzten drei Monaten eingelöst, was natürlich die Frage des Erfolgs dieser Aktion nach sich zieht. "Uns ging es nicht um ein quantitatives Ziel, sondern darum, dass das Henne-Ei-Problem gelöst wird", so Sebastian Loudon, Pressesprecher der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR), im Gespräch mit pressetext. Loudon weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit der nun zu Ende gegangenen Aktion sowohl das Angebot an Geräten zu vernünftigen Preisen sichergestellt ist als auch die TV-Sender auf die digitale Ausstrahlung umgestellt haben.

Henne vs. Ei

Bisher gab es laut Loudon immer das Henne-Ei-Problem: Die Industrie wollte mit der großflächigen Produktion von DVB-T-Boxen abwarten, bis die TV-Sender mit dem digitalen Programm starten. Die TV-Sender sahen jedoch so lange keine Veranlassung auf die digitale Ausstrahlung umzustellen, so lange keine DVB-T-Boxen am Markt sind. Die Aktion mit den Gutscheinen hätte diesbezüglich einen entscheidenden Anteil an der Verbreitung der Technik und der Empfangsgeräte gehabt, so Laudon, weshalb die Anzahl von 35.000 nicht negativ zu sehen sei.

Zufriedenheit

Auch Michael Wagenhofer, kaufmännischer Geschäftsführer der ORF-Tochter ORS, zeigt sich zufrieden: "Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis der Gutschein-Aktion und freuen uns, dass so viele Haushalte in Österreich die Förderung genutzt haben. Das Ziel, dem Markt für mhp-fähige Boxen in Österreich Starthilfe zu geben, wurde erreicht. Damit ist auch sichergestellt, dass den TV-Kunden mit der Einführung von DVB-T auch multimediale und - bei Rückkanalanschluss - interaktive Zusatzdienste näher gebracht werden können", so Wagenhofer.

Ende

Ab März 2007 wird es für viele Haushalte beginnend mit dem Westen Österreichs jedoch ernst. Die Analog-Übertragung von Bregenz-Pfänder und Innsbruck-Patscherkofel wird am 5. März enden. Danach folgen Salzburg-Gaisberg und die Sendeanlagen Viktring und Dobratsch in Kärnten bereits am 19. März. In Graz erfolgt die Umstellung am 23. April, in Linz am 7. Mai. Am 11. Juni werden schlussendlich auch die Sendeanlagen in St. Pölten sowie in Wien umgestellt. Danach ist in den Hauptstädten Österreichs nur noch der digitale Empfang von ORF1, ORF2 und ATV möglich. (pte)

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