Kontrollamt kritisiert Radweg-Mangel im Westen Wiens

31. Juli 2007, 20:54
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Chorherr: "Watschen" für betroffene Bezirksvorsteher - ÖVP will Nummerntafeln für Radler

Wien - In den Wiener Bezirken Ottakring, Hernals und Währing gibt es besonders wenig Radwege. Das hat das Kontrollamt in einem aktuellen, der APA vorliegenden Bericht kritisiert. Für ganz Wien empfehlen die Prüfer Maßnahmen gegen die gestiegenen Unfallzahlen. Kritik wird zudem an der Wiener Radnetz-Statistik geübt, in die nicht nur echte Radwege, sondern auch Routen im Mischverkehr eingerechnet werden.

Die längsten Radrouten pro 1.000 Einwohnern haben laut Kontrollamt die Innere Stadt (1.190 Meter) und die Donaustadt (1.169 Meter). Im Bezug auf die Bezirksfläche schneiden Margareten und Neubau besonders gut ab (jeweils 85 Meter pro Hektar Bezirksfläche), und im Vergleich zur Straßenlänge insgesamt liegt die Leopoldstadt mit 60 Prozent ganz vorne.

Die Bezirke im Westen Wiens schneiden bei diesen Werten schlecht ab. Man sei zur Ansicht gelangt, "dass der 16., 17. und 18. Wiener Gemeindebezirk insofern einen Aufholbedarf bei der Vergrößerung des Radverkehrsnetzes hatten, als sie in allen gewählten Parametern unterdurchschnittliche Werte aufwiesen", heißt es in dem Bericht. So lag etwa das Verhältnis von Radverkehrsanlagen zur Straßenlänge in den genannten Bezirken bei nur 17, 25 bzw. 19 Prozent.

"Eine ordentliche Watschen"

"Für die drei betroffenen Bezirksvorsteher ist das eine ordentliche Watschen", so Christoph Chorherr, Verkehrssprecher der Wiener Grünen, gegenüber der APA. Für Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) dagegen sei es ein Ansporn, weitere Maßnahmen in diesem Bereich zu setzen. "Ein Nein der Bezirke ist in Zukunft so nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen."

In Sachen Sicherheit wies das Kontrollamt darauf hin, dass innerhalb der vergangenen 20 Jahre die Anzahl der bei Unfällen verletzten Radfahrer angestiegen sei (2004: 95 verletzte Radfahrer pro 100 Unfälle, 1994: 88, 1984: 61). Bei Unfallhäufungspunkte sollten geeignete Maßnahmen zur Senkung des Risikos gesetzt werden. Chorherr sieht sich dadurch bestätigt. Allein durch die Sanierung der "Hotspots" am Ring könne viel erreicht werden, was aber bisher nicht geschehen sei. Schicker sei säumig, was der Grüne als "skandalös" bezeichnete.

Die ÖVP fordert als Reaktion auf die Unfallzahlen Nummerntafeln für Radfahrer. "Das ist die Konsequenz, wenn Wien das nicht in den Griff bekommt", so VP-Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl. Die Maßnahme sei auf Ebene des Bundeslandes umzusetzen. Andererseits könne Schicker auch seine Kontakte zu Parteikollege Werner Faymann, dem neuen Verkehrsminister, spielen lassen, um eine bundeseinheitliche Regelung zu erreichen. (APA)

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