Teurer Ellbogeneinsatz

12. Jänner 2007, 18:02
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US-Kasino-Betreiber will von Versicherung 54 Millionen Dollar für eigenhändig ruinierten Picasso - Wertminderung nach Restaurierung

New York - Der amerikanische Milliardär Steve Wynn will für ein von ihm selbst beschädigtes Picasso-Gemälde 54 Millionen Dollar (rund 42 Millionen Euro) Schadenersatz. Der Kasino-Mogul aus Las Vegas verklagte den Versicherungsmarkt Lloyd's of London am Donnerstag (Ortszeit) vor einem US-Bundesgericht in New York, ihm diesen Betrag als Ausgleich für die Wertminderung des Gemäldes zu zahlen.

Wynn hatte das Bild "Le Reve" (Der Traum) im vergangenen Herbst für stolze 139 Millionen Dollar an den New Yorker Kunstliebhaber Steven Cohen verkaufen wollen. Unmittelbar vor der Umsetzung des Deals rammte er bei einer Art Abschiedsfeier versehentlich seinen Ellenbogen durch die Leinwand - das abgebildete Modell, die Picasso- Geliebte Marie-Therésè Walter, bekam ein Loch in den Unterarm.

Wäre das teuerste Bild der Welt geworden

In seiner Klage (auf der Internetseite thesmokinggun.com dokumentiert) macht Wynn geltend, das Gemälde sei nach der Restaurierung nur mehr 85 Millionen Dollar (65,9 Mio. Euro) wert. Gleichwohl habe der Versicherer ihm bisher den Differenzbetrag von 54 Millionen nicht erstattet. Mit dem im Herbst vereinbarten Verkaufspreis von 139 Millionen Dollar wäre "Der Traum" das damals teuerste Bild der Welt geworden. Nach seinem millionenschweren Missgeschick hatte Wynn den Kaufvertrag allerdings freiwillig zurückgenommen.

Nach Angaben des "New Yorker" vom vergangenen Oktober hatte Wynn das Gemälde im Jahr 2001 von "einem anonymen Sammler" um 65 Millionen Euro erworben. Bei dem anonymen Sammler handelte es sich um den in den BAWAG-Skandal verwickelten Wolfgang Flöttl. Der Investmentbanker hatte den "Traum" vier Jahre zuvor in einer Auktion um 48,8 Millionen Euro erstanden, musste das Bild auf Grund seiner Schulden jedoch an Wynn verkaufen.

Der spanische Jahrhundert-Künstler Pablo Picasso (1881-1973) steht mit seinen Werken gleich zwei Mal auf der Liste der Top-Ten bei den teuersten Gemälden der Welt. Sein "Junge mit Pfeife" kam vor drei Jahren auf 104,2 Millionen Dollar, "Dora Maar mit Katze" holte im vergangenen Jahr 95,2 Millionen. Spitzenreiter ist derzeit allerdings der amerikanische Künstler Jackson Pollock, dessen "No. 5, 1948" im November für 140 Millionen Dollar den Besitzer wechselte und damit Gustav Klimts um 135 Millionen Dollar verkaufte "Adele Bloch-Bauer I" (Spitzname: "Goldene Adele") auf den zweiten Platz verdrängte. (APA/dpa)

  • Picassos "Der Traum"
    foto: christie's

    Picassos "Der Traum"

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