iPhone drückt die Aktien von Handy-Herstellern

16. März 2007, 10:23
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Papiere von Nokia, Samsung Electronics als auch von LG Electronics gerieten unter Druck

Mit Verlusten haben die Aktien von Handy-Herstellern am Mittwoch auf den von Apple angekündigten Einstieg in den Mobiltelefon-Markt reagiert. Sowohl die Papiere von Nokia, Samsung Electronics als auch von LG Electronics gerieten unter Druck. Vor allem den Herstellern von Geräten im höheren Preissegment drohe neue Konkurrenz, sagte Malcolm Wood, Analyst von Morgan Stanley. Auch die Aktien von potenziellen Konkurrenten wie dem Blackberry-Hersteller RIM und Palm, die Taschencomputer vertreiben, gaben stark nach. Analysten sprachen von verunsicherten Anlegern, die sie damit erklärten, dass der Einfluss des iPhones am Markt erst in sechs Monaten deutlich werde.

Kombination

Apple-Chef Steve Jobs stellte am Dienstag in San Franciso das iPhone vor, eine Kombination aus Mobiltelefon und dem bereits zum Kassenschlager gewordenen iPod. Das Telefon wird über einen berührungsempfindlichen 3,5-Zoll-Bildschirm (Touchscreen) bedient und läuft mit dem Betriebssystem OS X der Mac-Computer. Es kann über Funk Verbindung zum Internet aufbauen. Die Markteinführung in den USA ist für Juni geplant, für Europa im vierten Quartal und in Asien für kommendes Jahr. Es kommt damit zu einem Zeitpunkt, zu dem die Handy-Hersteller ohnehin unter starkem Druck stehen, was etwa die Gewinnwarnung von Motorola in der vergangenen Woche zeigte.

Lieranten

Zulieferer von Handy-Komponenten, wie die taiwanesische Cater Technology, profitierten von Jobs' Ankündigung, dass das iPhone die Firma wie zuvor die Mac-Computer und der iPod weit nach vorne bringen würden. 2008 würden zehn Millionen der neuen Geräte verkauft werden, prognostizierte der Apple-Chef. Dies wäre ein Prozent des weltweiten Handy-Marktes. Der Multimedia-Spieler iPod wurde bislang über 70 Millionen mal verkauft. In Frankfurt stiegen die Aktien des Handyzulieferers Balda zeitweise fast elf Prozent auf 8,37 Euro. Balda wird die Touchscreens für das multifunktionale Handy liefern.

Die Aktien des Chipherstellers Infineon stiegen um bis zu 2,6 Prozent auf 11,20 Euro und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2004. Das Unternehmen wollte jedoch nicht sagen, ob es Chips für den iPhone liefert. Infineon hatte erklärt, es habe einen neuen Kunden für eine Handy-Plattform, den Namen aber nicht genannt. Der US-Chipkonzern Intel wird den Mikroprozessor für das iPhone liefern, wie ein Sprecher von Apple Deutschland sagte. (Reuters)

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