Operation im Mutterleib

2. Mai 2007, 12:30
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Bereits fünf "Herz­klappensprengungen" durchgeführt - Linzer Spital weltweit Nummer zwei bei Herzopera­tionen an Ungeborenen

Linz - Die Linzer Landes-Frauen- und Kinderklinik ist laut eigenen Angaben nach der Harvard Medical School in Boston/USA weltweit die Nummer zwei für Eingriffe am Herzen von Ungeborenen im Mutterleib. "Durch die Eröffnung der Klappe sichern wir das Überleben von Kindern, die mit einem Einkammerherz geboren werden", erklärte der Leiter der Kinderkardiologie, Gerald Tulzer, in einer Pressaussendung am Dienstag. Diese Babys seien ohne eine Operation nicht überlebensfähig.

Fehler am Herzen verhindern

Bei dem Eingriff punktiert man durch die Bauchdecke der Mutter die Herzkammer des Fötus mit einer Nadel, durch die ein Herzkatheter geschoben wird. Dann durchstoßen die Mediziner die verschlossene oder verengte Klappe und dehnen sie mit einem vier Millimeter großen, befüllten Ballon, der an der Spitze des Katheters sitzt. Durch die Operation können Schäden am Herzen verhindert und der natürliche Verlauf des Herzfehlers zum Besseren gewendet werden, so der Primar des Institutes für Pränatalmedizin, Wolfgang Arzt.

Rettung für Kind

Im Oktober 2000 gelang in Linz weltweit erstmalig eine solche "Herzklappensprengung" bei einem Fötus im Mutterleib, hieß es in der Aussendung. "Die Herzklappe der heute knapp Sechsjährigen war komplett verschlossen, das Herz entsprechend geschwächt und das Kind daher nicht lebensfähig", erklärte Arzt. Dank des Eingriffs in der 27. Schwangerschaftswoche wurde das kleine Mädchen gerettet.

Insgesamt wurde der Eingriff bereits sechs Mal durchgeführt. Vier der operierten Kinder leben heute mit einem Zweikammerherz, ein Ungeborenes kam nicht durch, eines befindet sich noch im Mutterleib. (APA)

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