(OHNE TITEL)

12. Juli 2000, 19:05

Sehr geehrter
Herr Bundeskanzler!
Sehr geehrte
Frau Vizekanzler!

Zu Recht befürchten viele, die österreichische Wählerschaft könnte von der komplizierten Fragestellung bei der bevorstehenden EU-Volksbefragung überfordert sein. Ich erlaube mir daher, einen Verbesserungsvorschlag zu unterbreiten, und bitte Sie, Ihr Augenmerk auf einen Leserbrief zu richten, den Frau Ursula Lischka, Linz, vor wenigen Tagen in einer österreichischen Tageszeitung veröffentlicht hat:

Was soll eine Volksbefragung "Sind Sie gegen EU-Sanktionen" bringen? Außer enorm hohen Kosten von 100 Mio. Schilling werden sich die EU-14 sicher nicht beeinflussen lassen.

Vielmehr wäre die Fragestellung sinnvoll:
1. Soll Österreich weiterhin in der EU verbleiben?
2. soll Österreich aus der EU austreten?

Danach könnten längst überfällige Konsequenzen gezogen werden.
Ursula Lischka, Linz
Selten schien mir ein Ratschlag so wohl durchdacht, und ich schlage daher vor, ihn anzunehmen und den amtlichen Stimmzettel für die EU-Volksbefragung wie folgt zu gestalten:

1. Soll Österreich weiterhin in der EU verbleiben?
2. Soll Österreich aus der EU austreten?
O Ja O Nein

Folgt man meinem Vorschlag, könnte nicht nur die Bundesregierung mit einer mehrheitlichen, ja hundertprozentigen Zustimmung zu ihrer derzeitigen Europa-Politik rechnen, sondern es würde auch dem Ausland Österreichs derzeitige Position innerhalb der Europäischen Union eindrucksvoll vor Augen geführt. Danach könnten dann tatsächlich längst überfällige Konsequenzen gezogen werden.

In der Hoffnung, Ihnen dienlich gewesen zu sein,

mit freundlichen Grüßen
Antonio Fian
Schriftsteller, 1020 Wien

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