Senat gegen weitere Amtszeit von Kunstuni Graz-Rektor Kolleritsch

2. März 2007, 11:20
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Längst dienender heimischer Rektor will "noch einmal", ist aber im Gegensatz zu Senatsvorsitzendem nicht zu Hearing geladen

Graz - Die Rektorwahl im kommenden Jahr sorgt an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz für Unstimmigkeiten. Der am längsten dienende Rektor in Österreich, Otto Kolleritsch, will nach 23 Jahren als Rektor und vier als Vize noch einmal eine Amtszeit bestreiten. Zu den entsprechenden Hearings im Jänner ist Kolleritsch aber laut ORF Radio Steiermark nicht geladen: Eine Neuorientierung der KUG durch einen Wechsel an der Führungsspitze sei der ausdrückliche Wunsch des Senats, hieß es in einem Brief an den Rektor. Zu den Hearings geladen ist hingegen der Senatsvorsitzende, Franz Kerschbaumer.

Wechsel an der Führungsspitze

In einem Brief sei ihm mitgeteilt worden, dass seine Bewerbung für das weitere Auswahlverfahren nicht mehr berücksichtigt werde, erklärte Kolleritsch der APA. Begründung: Es sei eindeutiger Wunsch des Senats, eine Neuorientierung der KUG durch einen Wechsel an der Führungsspitze zu ermöglichen. "Das ist aber nicht Aufgabe des Senats und außerdem hätte man das in der Ausschreibung formulieren müssen", meinte der Rektor. Seine Arbeit sei stets auf der Basis einer Neuorientierung gelaufen. Kolleritsch erhob gegen die Begründung Einspruch - der Senat denke anscheinend aber nicht daran, ihm zu antworten, so der Rektor.

Entscheidung des Uni-Rates

Es habe sehr viele Stimmen im Haus gegeben, die seine Weiterarbeit gewünscht hätten, so Kolleritsch. "Ich bin 72 Jahre alt, ich kann das noch machen und ich hätte Lust dazu. An einer Universität, die in der Welt gesehen wird, hätte eigentlich als Glücksfall gesehen werden können, dass ich noch will", meinte Kolleritsch, der nicht verstehe, warum man einen Rektor, der "einiges bewegt hat", nicht zum Hearing einlädt. Grundsätzlich legt der Senat dem Uni-Rat einen Dreier-Vorschlag vor, dieser kann dann entweder einen der drei zum neuen Rektor küren oder den Vorschlag zurückweisen. Der Uni-Rat sei nun gefordert, so Kolleritsch.

"Favorisierter Wahlvorschlag"

Insgesamt haben sich 18 Personen beworben, sechs wurden vom Senat ausgewählt - darunter auch der Vorsitzende. Die Entstehung des Gremiums sorgte aber für Unmut unter 31 Professoren: In einem Brief an die Kollegenschaft erklärte die Gruppe, Kerschbaumer soll für den Senat "unter Geheimhaltung von der übrigen Kollegenschaft einen von ihm favorisierten Wahlvorschlag durchgebracht" haben, berichtete die "Kleine Zeitung" in ihrer Ausgabe von Dienstag. Dadurch seien "ausschließlich von ihm vorgesehene Professoren im Senat".

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