EKH: Stadt Wien könnte Autonomen-Haus kaufen

6. Dezember 2006, 17:28
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"Fonds Soziales Wien" als Käufer - Noch keine offizielle Bestätigung - Treffen mit Hausbesetzern am Abend

Das seit 16 Jahren von Wiens autonomer Szene besetzte Ernst-Kirchweger-Haus im Bezirk Favoriten wird voraussichtlich von der Stadt Wien übernommen. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" soll es der "Fonds Soziales Wien" (FSW) der Gemeinde sein, der das ehemalige KPÖ-Haus von der Baufirma Porr kaufen könnte. Eine offizielle Bestätigung stand am Dienstag noch aus.

"Wir wollen den Leuten vom EKH, mit denen wir uns als FSW heute Abend treffen, nichts über die Medien ausrichten, sondern mit ihnen die weiteren Schritte gemeinsam besprechen, und zwar insgesamt mit dem Ziel einer langfristigen Lösung", teilte FSW-Chef Peter Hacker der APA über seinen Sprecher mit. Im Büro der zuständigen Sozialstadträtin Renate Brauner (S) hieß es, man sei "auf einem sehr guten Weg".

Neue Verträge über eine mögliche Selbstverwaltung

Laut "Presse" ist die Grundsatzentscheidung für den Kauf in den vergangenen Tagen im Rathaus gefallen. Mit den linken Gruppen im EKH sollen neue Verträge über eine mögliche Selbstverwaltung ausgearbeitet und neue Grundregeln für das Zusammenleben fixiert werden. Das FSW war bereits in den vergangenen Jahren in Sachen EKH aktiv und hat die Verhandlungen mit den Autonomen geführt.

Preis unbekannt

Das EKH wurde 1990 von Autonomen besetzt. Die KPÖ als damaliger Eigentümer ließ sie gewähren, verkaufte das Haus aber 2004 an den Chef einer Security-Firma. Die Probleme nahmen zu, Räumungsversuche scheiterten. Die Hausbesetzer warfen dem Firmenchef Kontakte zur rechten Szene vor. Im Jahr 2005 übernahm schließlich die Porr das Haus, und zwar um kolportierte 1,7 Mio. Euro.

Wieviel der FSW nun zahlen muss, ist unbekannt. Die FPÖ, deren nicht amtsführender Stadtrat Johann Herzog in einer Aussendung gegen den Kauf protestierte, vermutete eine Summe in der Höhe von zwei Mio. Euro. Herzog kritisierte auch den angeblichen Trägerverein, in dem angeblich Prominente wie Elfriede Jelinek, Dieter Schrage und Peter Turrini sitzen werden. (APA)

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