"Ehe ohne Grenzen" erhält Ute Bock-Preis für Zivilcourage

13. Juni 2007, 14:55
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Kampf um Recht auf Familienleben - "Mit viel Mut, Kreativität und Ausdauer gegen Unrecht" - Preis ist mit 5000 Euro dotiert

Der Ute Bock-Preis für Zivilcourage 2006 geht an die Initiative "Ehe ohne Grenzen". Der Preis wird von SOS Mitmensch alljährlich an "Personen, Initiativen oder Institutionen, die sich mit besonderer Courage für die Einhaltung der Menschenrechte verdient gemacht haben und/oder deren praktische Grundrechtspflege in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld außerordentliche Wirkung entfalten konnte", verliehen.

Die PreisträgerInnen, über 180 binationale Paare, die sich in der Initiative "Ehe ohne Grenzen" zusammengeschlossen haben, kämpfen seit Beginn des Jahres um ihr Recht auf Familienleben. Durch das neue Fremdenrecht habe sich die Rechtsstellung von ausländischen Eheleuten sehr verschlechtert, so SOS Mitmensch: Fehlende Übergangsbestimmungen, Falschinformationen von Behörden und erschwerte Zugangsvoraussetzungen hätten bewirkt, dass nun viele von Schubhaft und Abschiebung bedroht sind.

Zusammenarbeit mit anderen Gruppen

Die Verleihung an "Ehe ohne Grenzen" begründet SOS Mitmensch damit, dass sich die Initiative mit viel Mut, Kreativität und Ausdauer Gehör für ihre Anliegen verschafft habe. Dabei sei es nie nur um die Eigeninteressen gegangen, "Ehe ohne Grenzen" habe stets die Zusammenarbeit mit anderen Betroffenen des Fremdenrechts gesucht, deren Anliegen noch schwächer vertreten sind. So habe man etwa von Beginn an auch homosexuelle Paare zur Mitarbeit eingeladen oder sich gegen verschärfte Schubhaftbedingungen eingesetzt.

Der Anerkennungspreis ist heuer mit 5.000 Euro dotiert. Finanziert wurde die Spende von der Western Union Financial Services GMBH. Die Auszeichnung wurde am 13. Dezember auf Einladung der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im österreichischen Parlament verliehen. statt.

Ute Bock war erste Preisträgerin

Der Ute Bock-Preis für Zivilcourage wurde von SOS Mitmensch 1999 ins Leben gerufen, um das Engagement der privaten Flüchtlingshelferin Ute Bock zu würdigen. Sie war gleichzeitig erste Preisträgerin. Ihr folgten Gertrude Hennefeld, Vinzipfarrer Wolfgang Pucher, der Sozialarbeiter Bülent Öztoplu, die Plattform "Gerechtigkeit für Seibane Wague" und der Verein LEFÖ. Geehrt werden mit der Auszeichnung Personen, die sich mit besonderer Courage für die Einhaltung der Menschenrechte verdient gemacht haben und deren praktische Grundrechtspflege in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld außerordentliche Wirkung entfalten konnte. (red)

Die Verleihungsfeier findet am 13. Dezember um 19 Uhr im Dschungel Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien statt

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Nachlese
"Sozial ist es jetzt dauernd kalt"
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    foto: sos mitmensch
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