Brüssel fordert EU-Staaten zu schärferem Vorgehen gegen Spam auf

5. Dezember 2006, 10:24
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Kommission: Bis zu 85 Prozent aller E-Mails verseucht

Die EU-Kommission hat ein schärferes Vorgehen der nationalen Regulierungsbehörden zur Bekämpfung von Spam in E-Mails gefordert. Noch immer seien 54 bis 85 Prozent aller E-Mails in der EU von unerwünschten Werbebotschaften, Spyware oder schadhafte Software verseucht, kritisierte die EU-Kommission am Montag in Brüssel.

39 Milliarden Euro

Weltweit entstünden durch Spam Kosten von 39 Milliarden Euro. Die Schäden durch schadhafte Software würden durch Sicherheitsfirmen auf insgesamt elf Milliarden Euro geschätzt, teilte die Kommission mit. Nach aktuellen Zahlen der Firma Sophos kommen demnach 32 Prozent der versandten Spam-Nachrichten aus Europa, die meisten mit 34 Prozent aber aus Asien. Das Land, aus dem am meisten Spam-Mails kommen, sind mit Abstand die USA. Mehr als ein Fünftel der unerwünschten elektronischen Werbebotschaften hat nach Schätzungen der Kommission dort seinen Absender.

Schon länger auf der Tagesordnung

Obwohl das Thema Internetsicherheit schon länger auf der Tagesordnung stehe, müssten die nationalen Regierungen ihre Bemühungen zur Verfolgung illegaler Online-Aktivitäten jetzt verstärken, betont die Kommission. "In Übereinstimmung mit dem EU-weiten Spam-Verbot haben es so die niederländischen Behörden geschafft, das inländische Spam-Aufkommen um 85 Prozent zu senken. Solche Ergebnisse möchte in dank wirksamerer Durchsetzungsmaßnahmen auch in den anderen Ländern sehen", erklärte die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding.

Starke Spam-Reduzierung

Die starke Spam-Reduzierung wurde demnach in den Niederlanden nur mit fünf Vollzeitbeschäftigten und einem Mitteleinsatz von 570.000 Euro erreicht. In Finnland konnte der Spam-Anteil dank verordneter Filtermaßnahmen von 80 Prozent auf 30 Prozent gesenkt werden, erklärte die Kommission. Nach Angaben von Reding will die Kommission nächstes Jahr entscheiden, ob zusätzliche rechtliche Schritte gegen Spam notwendig sind.(APA)

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