Polonium

10. Jänner 2007, 16:32
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Seltenes radioaktives Material ist sehr energiereich und hochgiftig

Wien – Der in der Nacht auf Freitag in London verstorbene frühere russische Spion Alexander Litwinenko ist offenbar mit dem radioaktiven Material Polonium 210 vergiftet worden. Polonium, ein silberweiß glänzendes Metall mit der Ordnungszahl 84 im Periodensystem, kommt in der Natur extrem selten vor – Uranerze enthalten nur maximal 100 Mikrogramm pro Tonne. Polonium hat mehr Isotope als jedes andere bekannte Element. Derzeit sind 25 Isotope bekannt, von denen alle radioaktiv sind.

Das Isotop Polonium 210 ist das verbreitetste. Es ist sehr energiereich und hat eine Halbwertszeit von rund 138 Tagen. Bereits ein halbes Gramm kann Temperaturen von über 500 Grad Celsius erzeugen. Ein einziges Gramm Polonium 210 produziert eine Wärmeenergie von 140 Watt.

Auf Lebewesen wirkt Polonium extrem giftig und kann, eingeatmet oder geschluckt, bereits im Mikrogramm-Bereich tödlich sein. Besonders gefährlich ist die starke Alphastrahlung, die das radioaktive Material aussendet. Der Stoff ist über zweihundertmilliardenmal giftiger als Blausäure (Zyanwasserstoff). Es ist auch stark krebserregend.

Das Metall wurde 1898 vom Ehepaar Pierre und Marie Curie entdeckt. Der Name weist auf die polnische Heimat (lateinisch: Polonia) von Maria Sklodowska-Curie hin. (APA)

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