Selbstlernender Roboter heilt sich selbst

26. November 2006, 17:33
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Maschinen sollden dadurch besser auf unerforschtem Terrain einsetzbar werden

US-Wissenschaftler haben eine Technologie entwickelt, die Robotern das Erkennen von eigenen Defekten erleichtert. Wie das Wissenschaftsmagazin Science in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, kommt die neue Fähigkeit vor allem Robotern zugute, die zur Erkundung von unerforschtem Terrain eingesetzt werden. Verliert die Maschine aufgrund von äußeren Umständen beispielsweise eines seiner Gliedmaßen, ist ein interner Sensor in der Lage, die eigene Bewegungsfähigkeit an die veränderten Bedingungen anzupassen.

Einschränkungen

"Selbständig agierende Roboter können nicht zu hundert Prozent vorprogrammiert werden", erklärt Dario Floreano, Direktor des Laboratory of Intelligent Systems in Lausanne, der sich seit Jahren mit dem Forschungsbereich Evolutionäre Robotik beschäftigt. Den Forschungsdurchbruch seiner US-Kollegen hat Floreano mit Begeisterung verfolgt. "Die Innovation rund um die Arbeit von Josh Bongard und seines Teams liegt darin, dass Roboter nun erstmals in der Lage sind, eine Art internes Modell von ihrer eigenen Funktionsfähigkeit zu entwickeln. Dazu lassen sie Beobachtungen ihrer eigenen Handlungen sowie getroffene Vorannahmen einfließen", so Floreano im pressetext-Gespräch.

Kriterien

Diese Selbstheilungs- und Anpassungsfähigkeit ist Floreano zufolge aber eines der wichtigsten Kriterien, um den Erfolg von Robotermissionen zu sichern, bei denen Menschen nicht direkt eingreifen können. Neben anderen Planeten dürfte die Fähigkeit vor allem auch Unterwasser-Robotern zugute kommen, die verstärkt für die Erforschung des Meeresbodens eingesetzt werden."Fällt eine Komponente aus, ist es für die involvierten Techniker nur schwer möglich herauszufinden, was genau passiert ist. Mittels des neuen Algorithmus können Roboter eine profundere Selbstanalyse durchführen und im Extremfall gar ohne Eingreifen von außen die eigenen Funktionsmechanismen an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen", so Floreano abschließend. (pte)

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    foto: science.com
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