Spielraum für die Rasselbande

15. November 2006, 14:20
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Monica Bonvicini spielt im Kunstraum Innsbruck mit Phänomenen wie Macht, Verführung, Sexualität und Fetischismus

Ein imposantes Hängeobjekt dominiert den Kunstraum, dessen Boden geschwärzt ist. Von Monica Bonvicini stammt das aus schweren Gliederketten gefertigte Ding. Wer die Auseinandersetzung der Künstlerin mit Subkulturen und Hardcore-Utensil bedenkt, vermeint in der Stahlsache eine kalte Liebesschaukel zu erkennen. Allerdings unterläuft Bonvicini das Instrument: Aus der Verdoppelung der Konstruktion folgt Dekonstruktion der Rollenverteilung: Sabotage der Lust.

Bewegung im oder am Kettennetz macht die akustische Dimension des Gebildes erfahrbar. Die Ruhe der Kunst soll ruhig gestört werden, auch vom Betrachter. Nicht nur von Sound und Glanz zeigt Bonvicini sich inspiriert, auch davon, was Ketten mit Unterdrückung und Aufbegehren "verkettet". Das greift jene Arbeit auf, in welche die Künstlerin Julia Kristevas "Revolt, she said"-Text einschreibt und "desire" hervorstechen lässt. (pen/ DER STANDARD, Printausgabe, 15.11.2006)

http://www.kunstraum-innsbruck.at/" target="_blank">Kunstraum Innsbruck
Maria-Theresien-Str. 34
0512/58 40 00.
Bis 23. 12.
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    foto: kunstraum innsbruck
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