Gewalt im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht

1. Dezember 2006, 13:22
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Monatlich 600 Angriffe und Anschläge - Mehr als 20 Taliban-Kämpfer im Osten Afghanistans getötet

Kabul - Angriffe und Anschläge von Aufständischen und Taliban in Afghanistan haben sich in den vergangenen Monaten vervierfacht. Die Zunahme der Gewalt in einigen Regionen drohe Entwicklungsfortschritte zunichte zu machen, teilte das Gemeinsame Koordinations- und Aufsichtsgremium in einem am Sonntag in Kabul vorgelegten Bericht mit.

Dem Gremium gehören Vertreter der afghanischen Regierung und internationaler Organisationen an. Nach seinen Feststellungen hat sich die Zahl der Sicherheitszwischenfälle bis Ende September auf mehr als 600 monatlich erhöht. Ende März seien es noch 300 und im vergangenen Jahr rund 130 im Monat gewesen. In diesem Jahr seien bereits mehr als 3.700 Menschen getötet worden.

"Der Kampf gegen die gesteigerte Aktivität der Aufständischen beansprucht einen großen Teil der Aufmerksamkeit und Ressourcen der Regierung", hieß es in dem Bericht. "Damit droht eine Umkehrung der bisher erreichten Fortschritte in der jüngsten Vergangenheit. Entwicklungsprojekte in verschiedenen Regionen wurden besonders hart getroffen, was den teilweisen oder völligen Rückzug internationaler Hilfsorganisationen in den am schwersten betroffenen Provinzen zur Folge hatte."

Bei Gefechten im Osten wurden nach Angaben der Streitkräfte in den vergangenen Tagen mindestens 20 Taliban-Kämpfer getötet. Möglicherweise seien bis zu 60 Extremisten ums Leben gekommen, erklärte der stellvertretende Kommandant in der Provinz Paktika, General Murad Ali, am Sonntag.

Bislang wurden den Angaben zufolge 20 Tote geborgen, darunter acht Ausländer. Deren Leichen seien nach Pakistan zurückgebracht worden, hieß es. Zudem seien zwei Lastwagen mit Taliban-Kämpfern bei Luftangriffen oder durch Artilleriebeschuss im Bezirk Bermel zerstört worden. Bei den fünftägigen Kämpfen seien auch vier NATO-Soldaten und drei afghanische Soldaten verletzt worden. Ein ISAF-Sprecher erklärte, er wisse nichts davon, dass NATO-Soldaten ernsthaft verletzt worden seien. (APA/AP)

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