Am Samstag ist Playstation-Tag in Japan: Neue Konsole auf dem Markt

13. November 2006, 11:25
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Von der Konsole hängt die Zukunft von Sony ab, der gerade eine große Umstrukturierung durchläuft

Sony bringt am kommenden Samstag die langerwartete Videospielkonsole Playstation 3 (PS3) auf den japanischen Markt. Bessere Bildqualität, mehr Funktionen und lehrreiche Spiele sollen für die Fortsetzung der Erfolgsstory sorgen. Die Vorgänger Playstation und Playstation 2 sind mehr als hundert Millionen Mal über den Ladentisch gingen. Das umgerechnet 340 Euro teure Spielzeug kommt mit sechs Monaten Verspätung auf den Markt - die Europäer müssen noch bis März warten.

"Resistance: Fall of Man"

Sony verspricht den Kunden neue Spiele wie "Resistance: Fall of Man" mit einem Helden, der die Welt vor Mutanten aus russischen Biochemie-Laboren rettet, sowie schnellere und realistischere Versionen bereits bekannter Spiele wie das Autorennen "Gran Turismo". Die Playstation 3 ist mit einem Mikroprozessor ausgestattet, der 40 Mal schneller ist als der in der Playstation 2. Damit könnten zum Beispiel bei "Ridge Racer 7" bis zu zwölf Spieler gegeneinander antreten, kündigte ein Sprecher des Spieleanbieters Namco Bandai an.

Zum Marktstart am Samstag stehen 100.000 Stück zur Verfügung

Größte Sorge des Herstellers ist derzeit aber gar nicht die Nachfrage, denn die gilt vor allem bei treuen Fans der Spielkonsole als gesichert. Schwieriger wird es Analysten zufolge, genügend Playstations herzustellen. Zum Marktstart am Samstag stehen 100.000 Stück zur Verfügung, die voraussichtlich ganz schnell ausverkauft sein werden. 100.000 ist einfach nicht genug", sagte auch Sony-Sprecherin Yoshiko Furusawa, "aber wir hoffen, dass wir jede Woche oder alle zwei Wochen nachliefern können".

Von dieser Hoffnung hängt nach Einschätzung der Fachleute die Zukunft des Konzerns ab, der gerade eine große Umstrukturierung durchläuft und bei dem deshalb 10.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Und die Konkurrenz schläft nicht: Im Dezember will Nintendo das Konkurrenzprodukt Wii auf den Markt bringen, die Xbox 360 von Microsoft ist schon seit einem Jahr im Handel.

Neue Kunden

Alle drei Anbieter setzen dabei auf neue Kundschaft: Ältere Menschen nämlich und Frauen, die den Konsolen bislang die kalte Schulter zeigten. So soll der auf 25 Mrd. Dollar (knapp 20 Milliarden Euro) geschätzte Markt weltweit konsequent ausgeschöpft werden. Nintendo ging auf diesem Weg mit einem neuen Programm voran, das unter dem Namen "Brain Training" (Gehirntraining) eine Art Denksport mit Aufgaben aus Mathematik, Lesen und anderen Gebieten anbietet. "Wer den Kampf um die Kundschaft gewinnen will, muss nicht nur die traditionellen Spieler, sondern auch andere Gruppen ansprechen", sagt Analyst Masashi Morita.

"Ich habe keine Lust herumzuballern oder Rollenspiele zu machen"

Neue Funktionen der Spielekonsole sollen diese so genannten Nebennutzer anlocken - sie können zum Beispiel auch im Internet surfen und Fotos speichern. Mit einer rosafarbenen und einer tragbaren Playstation will Sony die Konsole für Mädchen attraktiv machen. Das Beispiel von Nintendo zeigt, dass das funktionieren kann: "Ich habe keine Lust herumzuballern oder Rollenspiele zu machen", sagt die 38 Jahre alte Bankangestellte Yurie Oguma, "aber mit 'Brain Training' habe ich Spaß und kann mein Wissen erweitern".

Geld

Nebennutzer sind besonders wichtig für die Geschäftszahlen, weil die Firmen in erster Linie mit dem Verkauf von Programmen und lizenzierten Spielen ihr Geld verdienen. "Mit der Software wird Geld verdient", bestätigt Analyst Gibson. Die Konsolen dagegen dürften anfangs ein Verlustgeschäft für Sony sein: Der Konzern nennt keine genauen Zahlen, investierte aber nach übereinstimmender Einschätzung der Fachleute hunderte Millionen Dollar bei der Entwicklung, die sechs Jahre dauerte.(APA)

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