1,8 Millionen Tote durch Wassermangel

15. November 2006, 09:47
2 Postings

UNO warnt vor Wassernotstand als stärkerer Bedrohung denn gewaltsame Konflikte - Globaler Aktionsplan gefordert

Genf - Die UNO schlägt Alarm: Die Krise in der Wasser- und Sanitärversorgung führt weltweit jährlich zum Tod von 1,8 Millionen Kindern, geht aus dem Jahresbericht des UN-Entwicklungsprogramms UNDP hervor. In vielen armen und einkommensschwachen Staaten der Welt gefährde der Wassernotstand die Menschen viel stärker als gewaltsame Konflikte. Der Klimawandel drohe die Unsicherheit in der Wasserversorgung zudem "in einem nie da gewesen Ausmaß" zu verschärfen.

Von der Staatengemeinschaft fordert UNDP einen globalen Aktionsplan; auch die Regierungen der betroffenen Länder müssten mehr Mittel bereitstellen.

Laut Bericht sind weltweit rund 1,1 Milliarde Menschen von sauberem Wasser abgeschnitten. Mehr als 2,6 Milliarden haben keinen Zugang zu geeigneten Sanitäreinrichtungen. "Grausame Ironie" sei, so UNDP, dass Wasser "diejenigen am meisten kostet, die es sich am wenigsten leisten könne." So zahlten die Einwohner der Elendsviertel Nairobis fünf- bis zehnmal mehr für einen Liter als die Reichen in derselben Stadt.

Der verschärfte Wettbewerb um Wasser wird, so die Befürchtung der Autoren, die sozialen Konflikte innerhalb der Staaten verschärfen. Die Schwachen, Armen und Benachteiligten drohten aus diesem Verteilungskampf als die großen Verlierer herauszugehen. Und: "Was die Wasser- und Sanitärversorgung angeht, so leidet die Welt an einem Überschuss an Konferenz-Aktivitäten - und einem Defizit an glaubwürdigem Handeln."

Die reichen G-8-Staaten wie Deutschland müssten den Kampf für sauberes Wasser und eine bessere sanitäre Versorgung anführen. Letzterer gehöre jedenfalls "ganz oben" auf die Entwicklungsagenda. (Jan Dirk Herbermann/DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2006)

Spendenkonto

PSK Konto-Nummer 1.300.400
Kennwort "Wasserprojekte"
Share if you care.