Der Tugendwächter am Berndorfer Guglzipf

    3. November 2006, 17:00
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    Geist und Genuss laden zur Höhenwanderung über Berndorf

    In den Schwarzföhrenwäldern westlich der Triesting wacht ein Geist, der Bockerlfraß, über die Tugend von Mädchen. Wenn diese mit einem verliebten Jüngling den Forst betreten, erscheint er ihnen als böser, alter Mann, erschreckt sie und bewahrt sie damit vor einem Fehltritt. So steht es wenigstens in den alten Sagenbüchern und Chroniken. Durch das Reich dieses Tugendwächters führt eine interessante Höhenwanderung, deren Höhepunkt die Aussichtswarte auf dem Guglzipf, dem Hausberg der Berndorfer, darstellt. Der Turm bietet einen herrlichen Rundblick bis zum Hochwechsel und zum Schneeberg, zur Hohen und zur Dürren Wand, zum Kien- und zum Hocheck, zum Unterberg, zum Schöpfl, zum Peilstein und zum Eisernen Tor. Zu sehen ist weiters ein Teil des Wiener Beckens, ein Zipfel der Slowakei und die Hainburger Pforte. Berndorf mit seinen berühmten Schulen und der Wallfahrtsort Pottenstein liegen dem Besucher direkt zu Füßen.

    Gut erreichbare Küche

    Die neben der Warte stehende Waldhütte, die auch mit dem Auto erreichbar ist, zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der näheren und weiteren Umgebung, nicht zuletzt wegen ihrer guten Küche. Der Höhenzug zwischen Hirtenberg und Berndorf, über den die Route führt, weist keine Schwierigkeiten auf und lässt sich leicht auch bei winterlichen Verhältnissen begehen. Zwar wechselt die Markierung mehrmals, durch die tadellose Beschilderung aber gibt es keine Orientierungsprobleme. Sehr vielen Wanderern wird man auf dieser Strecke kaum begegnen, die durch den ständigen Wechsel der Vegetation sehr abwechslungsreich ist. Je nach Wanderstil Als Abschluss der Wanderung bietet sich ein Besuch der Schulen mit den berühmten Stilklassen – neben der auf einem Hügel gelegenen Margaretenkirche – an. Am Wochenende und an Feiertagen ist dies den ganzen Tag möglich, an Schultagen zwischen 13 und 17 Uhr.

    Die Route: Von der Bahnhaltestelle Hirtenberg führt eine grüne Markierung in die Jauling, wo sich ein nobler Golfplatz befindet. Gehzeit eine Stunde. Dort hält man sich rechts. Nach einem asphaltierten Stück geht es – rot markiert – kurz in einen engen Graben hinab, dann wendet man sich sofort nach links auf die blaue und gelbe, später auch rote Markierung, um zum Aichkreuz zu gelangen. Auf dem grün markierten Weg kommt man zur Waldhütte und zum Aussichtsturm. Gehzeit ab Golfplatz 1½ Stunden. Für den Abstieg nach Berndorf wählt man am besten den gelb markierten Sängersteig, der in einer halben Stunde zum Bahnhof führt. Zwischen Ausgangs- und Endpunkt der Tour bestehen gute Bus- und Bahnverbindungen. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/04./05.11.2006)

    Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz rund 350 m. Die Waldhütte Guglzipf hat derzeit am Donnerstag und Freitag Ruhetag. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 76 (Wiener Neustadt); Freyrag Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000
    • Der Aussichtsturm am Guglzipf bietet einen beeindruckenden Rundumblick.
      foto: guglzipf.at

      Der Aussichtsturm am Guglzipf bietet einen beeindruckenden Rundumblick.

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      foto: guglzipf.at
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