Sternenhimmel über Judenburg

10. November 2006, 17:36
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Im Stadtturm eröffnet ein modernes Planetarium den Blick auf "Sternenhimmel zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort auf der Erde"

Graz - Im obersteirischen Judenburg eröffnet am Dienstag nach eigenen Angaben eines der modernsten Planetarien Europas im so genannten Sternenturm, dem höchsten allein stehenden Stadtturm Österreichs. Für den Einbau eines Panorama-Lifts und den Umbau in ein Planetarium wurden in den vergangenen zehn Monaten 2,5 Mio. Euro in den über 500 Jahre alten Turm investiert.

Seitens der "Judenburger Sternenturm Betriebs GmbH & Co KG" hieß es, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine Sternwarte, sondern vielmehr um einen "Himmelssimulator" handle. Die verwendete Technik sei "weltweit erstmalig im Einsatz" und soll die Besucher in die Welt der Planeten, Sterne und Galaxien mit 3D-Optik eintauchen lassen. "Ähnliches können die Besucher nur in Hamburg oder New York erleben", sagte der geschäftsführende Sternenturm-Gesellschafter Gerfried Wanker-Tiffner.

Das Kleinplanetarium wurde in einer Höhe von rund 50 Metern eingerichtet und kann direkt mit dem neuen, 25 Tonnen schweren Lift erreicht werden. Dabei fährt der Aufzug mit Boden, Decke und Wänden aus Glas direkt am alten Glockenstuhl mit dem tonnenschweren Judenburger Glockengeläut vorbei. Über dem Auditorium im Turm erstreckt sich eine 120 Quadratmeter große Metall-Kuppelleinwand mit einem Durchmesser von exakt 8,53 Metern.

Projektor

Auf diese Kuppel wirft der so genannte Glasfaser-Projektor ZKP4 eine "Eins zu Eins-Projektion des Sternenhimmels zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort auf der Erde", so die Betreiber. Selbst der Sternenhimmel zur Geburtsstunde Christi über Bethlehem könne den Besuchern präsentiert werden. Speziell produzierte "3D-Filme", Shows und Vorführungen sollen dem Publikum Wissenswertes über Astronomie vermitteln. Dabei würden eigene Vorführungen - je nach dem Alter der Besucher - angeboten, hieß es weiter.

Seinen Ausgang nahm das Projekt 2001 bei einer "Zukunftskonferenz". Eine Arbeitsgruppe von Bürgern befasste sich mit dem 75 Meter hohen Turm. Um den historischen Stadtkern, in dem sich das denkmalgeschützte Bauwerk befindet, wieder zu beleben, wollte man einen Lift, einen Event-Raum und Gastronomie installieren - "aber das war uns zu wenig, es fehlte der Kick", berichtete Hans-Peter Piwonka, einer der Gesellschafter. So entstand die Idee, ein Planetarium zu bauen. (APA)

  • Der Zeiss ZPK4 Sternenprojektor in Judenburg
    foto: sternenturm

    Der Zeiss ZPK4 Sternenprojektor in Judenburg

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