Tarif-Streit: VKI steht Dialog mit Mobilkom offen gegenüber

17. November 2006, 12:29
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Gespräche nächste Woche - Parallel wird eine Klage ausgearbeitet

Im Streit um die Verrechnungsmodalitäten bei Telefongesprächen zwischen dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) und dem Netzbetreiber Mobilkom Austria soll es nächste Woche Gespräche geben. Das am 30. Oktober abgelaufene Ultimatum für eine Unterlassungserklärung des VKI hatte die Mobilkom ungenutzt verstreichen lassen. Das Unternehmen hatte angekündigt, eine Fristerstreckung zu beantragen und den Dialog suchen zu wollen. Das Ultimatum war am 30. Oktober abgelaufen, der Mobilkom droht eine Klage.

Man wolle sich dem Dialog nicht verschließen

Paul Rusching, zuständig für den Telekommunikationsbereich im VKI, erklärte, man wolle sich dem Dialog nicht verschließen. Dennoch werde man sich alle Möglichkeiten offen halten, so wird etwa parallel zu den Gesprächen nächste Woche - ein genauer Zeitpunkt ist noch nicht bekannt - eine Klage vorbereitet. An der Forderung nach einer Änderung der Gesprächsabrechnung wollen die Verbraucherschützer weiterhin festhalten, so Rusching. Sollte es zu einer Klage kommen, bei der die Konsumentenschützer vor Gericht in dem Musterprozess Recht behalten sollten, rechnete Rusching damit, dass die übrigen Betreiber dem Marktführer Mobilkom nachfolgen würden.

60/30

Die Konsumentenschützer kritisieren, dass die Netzbetreiber, darunter auch Marktführer Mobilkom, die Gesprächsabrechnung nicht sekundengenau durchführen. So müssen Kunden etwa bei Gesprächen von wenigen Sekunden die ganze Minute bezahlen, etwa beim Takt 60/30. So belasteten lange Taktungsintervalle vor allem kurze Gespräche, optimal wäre eine sekundengenaue Abrechnung. Der VKI fordert, diese "Unsitte abzustellen" und die Kunden mehr über die Art und Weise der Abrechnung zu informieren.

Staunen

Die Mobilkom hatte auf die Klagsandrohung der Verbraucherschützer am Montag mit Erstaunen reagiert. Christine Hattinger von der Mobilkom-Rechtsabteilung erklärte, es habe an sich eine Einigung gegeben. Sie verwies auf ein Gespräch im Sozialministerium mit Konsumentenschützern, Vertretern der Regulierungsbehörde und der Netzbetreiber am 20. Juli 2006. Damals habe man sich darauf geeinigt, dass alle Netzbetreiber einen sekundengenau abgerechneten Kurztelefoniertarif einführen. Der Mobilkom sei dem mit der Einführung eines entsprechenden Tarifs nachgekommen. (APA)

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