Gendefekt beschert chronische Darmentzündungen

6. November 2006, 12:51
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Forscher identifizierten Änderungen des Gens Interleukin-23 als wichtigen Auslösen von Morbus Crohn und Co - IL-23-Mutation schützt dagegen

Washington/New York - Ein internationales Forscherteam hat eine Genmutation entdeckt, die an chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa beteiligt ist. Diese Leiden, die als Inflammatory Bowel Disease (IBD) zusammengefasst werden, quälen die Betroffenen etwa durch ständige Bauchschmerzen, Durchfall und Blutungen im Magen- und Darmbereich. Das amerikanisch-kanadische Team hofft, dass neue Behandlungsformen möglichen werden.

Judy Cho von der Yale-Universität in New Haven und Kollegen stellen die von ihnen entdeckten Mutationen an einem Rezeptor-Gen im Wissenschaftsjournal "Science" vor. Das betreffende Gen Interleukin-23 (IL-23) spielt laut Cho "eine wichtige Rolle beim Auslösen von Entzündungen an Organen, denen im Verdauungstrakt eingeschlossen".

Mutation schützt vor Morbus Crohn

Optimistisch stimmt die Forscher, dass sie unter den IL-23- Mutationen auch jene identifizieren konnten, die vor Entzündungen wie Morbus Crohn schützt. "Eine Mutation beugt ganz offensichtlich gegen Entzündungen im Darmbereich vor und könnte uns als entscheidende Zielscheibe bei der Entwicklung von Medikamenten dienen", meint Cho.

Das Forscherkonsortium hatte sich angesichts der Beobachtung, dass Morbus Crohn und andere Darmentzündungen in manchen Familien gehäuft auftreten, auf die Suche nach genetischen Faktoren gemacht. Sie durchsuchten das Erbgut von Patienten nach Auffälligkeiten und überprüften dabei 300.000 DNA-Bausteine. Dabei stießen sie auf Veränderungen in drei Genen, von denen sich das IL-23-Gen als das am weitesten verbreitete unter IBD-Patienten erwies. (APA/dpa)

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    Computertomographie eines Morbus-Crohn-Patienten: Nun haben Forsche einen möglichen Auslöser ausgemacht.

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