Polizei beendet Aufstand im Gefängnis von Kinshasa

31. Oktober 2006, 09:58
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Neun Häftlinge durch Schüsse verletzt

Kinshasa - Die kongolesische Polizei hat am Donnerstag eine Meuterei im Zentralgefängnis von Kinshasa gewaltsam beendet. Dabei seien neun Häftlinge verletzt worden, einer von ihnen schwer, sagte der Chef der Sondereinsatzkräfte der Polizei, Raus Chalwe, der Nachrichtenagentur AFP. Ein Teil der Häftlinge habe versucht, ein Gefängnistor zu zerstören, sagte ein Polizist, der anonym bleiben wollte.

Die Polizei habe mit scharfer Munition in die Luft geschossen und Tränengas eingesetzt, um die Häftlinge zurückzudrängen. Seines Wissens sei niemand getötet worden. Zwei Journalisten ausländischer Medien wurden nach eigenen Angaben während der Meuterei in der Nähe des Gefängnisses vorübergehend festgenommen.

Während ein Teil der Häftlinge versucht habe, ein Loch in eine Mauer zu schlagen und zu fliehen, habe ein anderer Teil versucht, in den Nachbartrakt zu gelangen, sagte ein Augenzeuge. Dort sind die für die Ermordung von Staatschef Laurent-Désiré Kabila zum Tode Verurteilten inhaftiert.

14 Verurteilte verschwunden

14 der mehr als 30 Verurteilten waren in der Nacht zum Dienstag nach Angaben einer kongolesischen Nichtregierungsorganisation aus dem Gefängnis "verschwunden". Diese Angaben wurden vom Justizminister bestätigt, laut Vollzugsbehörden gab es hingegen "keinen Ausbruch".

In der Demokratischen Republik Kongo findet am Sonntag der zweite Durchgang der ersten demokratischen Wahl seit der Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1960 statt. Der amtierende Präsident und Kabila-Sohn Joseph geht als Favorit ins Rennen. Sein Gegenkandidat ist der frühere Rebellenführer Jean-Pierre Bemba. (APA/AFP/Reuters)

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