Ermittlungen gegen sechs deutsche Soldaten

26. Oktober 2006, 12:48
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Verteidigungsminister Jung: Ansehen der Bundeswehr steht auf dem Spiel

Berlin - Nach der Veröffentlichung von Skandalfotos mit deutschen Bundeswehrsoldaten in Afghanistan wird gegen sechs namentlich bekannte Personen ermittelt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sagte am Mittwochabend im ZDF, vier von ihnen seien inzwischen nicht mehr bei der Bundeswehr. "Bei zwei weiteren werden wir die entsprechenden Konsequenzen ziehen."

"Wir sind auf Hochtouren bei unseren Ermittlungen", sagte Jung. "Wer sich so verhält, hat in der Bundeswehr keinen Platz." Nach Veröffentlichung der Fotos in der "Bild"-Zeitung stehe das Ansehen der Bundeswehr und der an Auslandseinsätzen beteiligten Soldaten auf dem Spiel. Die im Jahr 2003 aufgenommenen Bilder zeigen Soldaten, die mit einem Totenschädel posieren.

Der frühere Bundeswehr-General Klaus Reinhardt sprach sich unterdessen für eine Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes aus. "Wir dürfen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten" sagte Reinhardt der "Berliner Zeitung". Die an Auslandseinsätzen beteiligten Soldaten der Bundeswehr würden so intensiv ausgebildet wie in keiner anderen Armee. Die veröffentlichten Fotos bezeichnete Reinhardt, der 1999 Kommandeur der internationalen Friedenstruppe im Kosovo war, als "absolut geschmacklos". (APA/AP)

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