Nationalfeiertag in Wiener Museen: Von der Tafelkultur bis zu Ungarn 1956

24. Oktober 2006, 12:51
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Freier Eintritt in MAK, ÖNB, AzW, Wien Museum und im Heeresgeschichtlichen Museum - Viele Sonderveranstaltungen

Wien - Ein Museumsbesuch gilt immer noch als traditionell am österreichischen Nationalfeiertag, wenn auch der Eintritt in den meisten Häusern am 26. Oktober längst nicht mehr frei ist. Gratis kann man das Museum für Angewandte Kunst (MAK) besuchen, das einen "Blick in die Tiefe" seiner Institution ermöglicht. Freien Eintritt bieten auch die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), das Architekturzentrum Wien (Az W) und das Wien Museum. Ermäßigungen gibt es im Leopold Museum, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (MUMOK), Österreichische Galerie Belvedere, Kunsthistorischen, Technischen und Naturhistorischen Museum. Ein Sonderfall ist die Albertina: dort kann man mittels eines in der Tageszeitung "Österreich" beigelegten Gutscheines gratis hinein.

"Blick in die Tiefe"

Einen "Tag der offenen Tür" bei freiem Eintritt in den Prunksaal, das Papyrus-, Globen- und Esperantomuseum gibt es in der ÖNB. Im Prunksaal kann man die bis 5. November verlängerte Ausstellung "Küchenkunst und Tafelkultur" besuchen. Gratis kommt man auch ins MAK, das den "MAK-Day" unter das Motto "Der Blick in die Tiefe" gestellt hat. Man kann ausnahmsweise Orte betreten, "die üblicherweise nur den MAK-Mitarbeitern vorbehalten sind", wie es im Pressetext heißt. Das sind etwa die MAK-Bibliothek und die Restaurierwerkstätten. Eine "Schmucktauschbörse" gibt es in der MAK-Säulenhalle, wo man sich auch im Rahmen von "MAK-Print on Demand" eigene Kunstdrucke drucken lassen kann. An aktuellen Schauen gibt es derzeit u.a. "Vertical Garden. Project to Protect the Schindler House, L. A.", oder Tone Fink. Textil".

Das Heeresgeschichtliche Museum bittet bei freiem Eintritt zur Sonderschau "Panzerlärm an Österreichs Grenze", so wie zur ständigen Ausstellung über die Geschichte der Habsburgermonarchie und Österreichs bis 1945. Nichts bezahlen muss man auch beim Besuch der beiden laufenden Ausstellungen im Az W, die "a_Schau", die 170 österreichische Architekten präsentiert, und "Bauherrenpreis 2006".

Picasso

Man muss nicht frustriert sein, falls die Zeitungsständer am Feiertag kein "Österreich" mehr beinhalten. Denn auch vor der Albertina werden Austeiler mit einem Gratis-Exemplar samt Gutschein stehen, um potenziellen Besuchern das Eintrittsgeld zu ersparen, heißt es aus der Albertina. Und das kostet immerhin 9 Euro (Schüler mit Ausweis 3,50 Euro). Zu sehen sind die laufenden Ausstellungen "Picasso - Malen gegen die Zeit", "Pioniere der Daguerrotypie in Österreich" und "Franz Gertsch: Holzschnitte und Gemälde 1996 - 2006".

Ungarn 1956

Ein umfassendes Sonderprogramm bei freiem Eintritt bietet das Wien Museum, das an diesem Tag im Zeichen der laufenden Ausstellung "Flucht nach Wien. Ungarn 1956" steht. Sonderveranstaltungen sind die Filmvorführung "Der schönste Tag meines Lebens" aus dem Jahr 1957 von Max Neufeld, der Vortrag "Willkommen in Österreich. Ungarn 1956" von Karl Stuhlpfarrer, der Vortrag "Piroschka und ihr Schwager. Wechselseitige Fremdbilder zwischen Österreich und Ungarn" von Bela Rasky, und das Podiumsgespräch zum Thema "Ungarn 1956 und die österreichischen Medien" mit Barbara Coudenhove-Kalergi, Paul Lendvai, Fritz Molden, Otto Pammer, Teddy Podgorski.

Der Besuch des KHM, wo man gerade die Schau "Bellini, Giorgione, Tizian" sehen kann, kostet 5 Euro (Schüler 3,50 Euro). In den zum KHM gehörenden Häusern, wie u.a. Theatermuseum, wo gerade eine Schau über Arthur Schnitzler läuft, kostet der Eintritt 3 Euro. Auch das NHM veranstaltet einen "Tag der offenen Tür", dessen Besuch generell 2 Euro kostet (ab vierzehn Jahren). Im Technischen Museum steht das "Große Familienfest" am Programm, für das eine Ermäßigung der Preise um zwanzig Prozent gilt. Das heißt, Erwachsene zahlen 6,80 Euro und Kinder ab sechs Jahren 4 Euro. Dafür gibt es zur Herbstausstellung "Spurwechsel - Wien lernt Autofahren" einen Kinderflohmarkt, das Programm "Verkehrte Stadt", und für angehende Mechaniker die Gelegenheit, Autos zu zerlegen.

Reduzierten Eintritt bietet noch das MUMOK, wo man den zweiten Teil der Franz Gertsch-Schau (erster Teil in der Albertina) so wie die große Erwin Wurm-Personale anschauen kann (4,50 Euro, Schüler 2,50 Euro). Im Leopold Museum zahlt man am Nationalfeiertag statt neun nur sieben Euro (Schüler 5,50 Euro). Inkludiert sind Führungen zu den Schauen "Deutsche Expressionisten" und "Budapest 1956".

"Aufgeklärt bürgerlich"

"Aufgeklärt bürgerlich" heißt die neue Ausstellung im Oberen Belvedere, die man neben der ständigen Ausstellung um 5 Euro (ab zehn Jahren) besichtigen kann. In der Dependance Atelier Augarten läuft noch "nach Schiele". "Specials" sind in der Kunsthalle Wien angesagt, die man um drei Euro (zwei Euro für alle Ermäßigungskarten) besuchen kann. Dazu zählen Führungen durch die laufende Schau "Raymond Pettibon. Whatever it is you're looking for you won't find it here", und ein Künstleringespräch mit Oriana Fox in der Ursula Blickle Videolounge. (APA)

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    Ungarn 1956 hat das Wien Museum ein umfangreiches Sonderprogramm gewidmet. Das Mumok wartet mit der Ausstellung "Budapest 1956" auf.

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