Französisch-Polynesien: Besetzung des Präsidentenpalasts gewaltsam beendet

27. Oktober 2006, 13:47
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Demonstranten protestierten gegen hohe Lebenshaltungskosten

Papeete (- Aus Protest gegen zu hohe Lebenshaltungskosten haben mehrere hundert Regierungskritiker in Französisch-Polynesien vorübergehend den Präsidentenpalast besetzt. Sicherheitskräfte räumten am Montagabend unter Einsatz von Tränengasgranaten den Amtssitz von Präsident Oscar Temaru in der Hauptstadt Tahiti sowie zwei weitere öffentliche Gebäude, die gleichfalls gestürmt worden waren.

Die Demonstranten schleuderten bei der Räumung teilweise Steine und andere Wurfgeschosse in Richtung der Polizei. Verletzt wurde laut den Behörden in dem Insel-Gebiet 6.000 Kilometer östlich von Australien niemand. Regierungsvertreter sprachen von einem versuchten "Staatsstreich". Nach der Räumung des Präsidentensitzes blieb die Lage in Papeete laut einem Korrespondenten ruhig.

Die Mitglieder der "Collectif" genannten Bewegung hatten bereits seit zwei Wochen mit Straßensperren den Zugang nach Papeete blockiert und das wirtschaftliche Leben der Hauptstadt Tahitis damit weitgehend zum Erliegen gebracht. Zu der Protestbewegung gehören unter anderem Anhänger der nach Autonomie strebenden Oppositionspartei Aia Api, Mitglieder einer Anfang des Jahres aufgelösten Einheit des Katastrophenschutzes und Gewerkschafter.

Sie verlangen direkte Verhandlungen mit Präsident Temaru, der zur Zeit am Pazifikforum auf Fidschi teilnimmt. Er tritt für eine schrittweise Unabhängigkeit des Gebietes von Frankreich ein. Seine Unterstützer werfen dem konservativen Ex-Präsidenten Gaston Flosse vor, hinter den Unruhen zu stecken. Der bestreitet das, hat der Bewegung aber seine Unterstützung erklärt. APA)

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