Bombendrohung: Airbus-Notlandung in Wien

29. Oktober 2006, 19:00
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Betrunkener Unternehmer aus Deutschland wollte Freund von Heimreise abhalten

Wien - Eine "Wette" bei einem Trinkgelage sorgte am Samstagabend für eine Notlandung am Wiener Flughafen. Weil er seinen Freund nicht nach Hause fliegen lassen wollte, versuchte ein deutscher Unternehmer mit Anrufen zu verhindern, dass der Mann an Bord der AUA-Maschine geht, so die Kripo Schwechat am Montagabend zur APA. Mit der Aussage "There´s a bomb on flight OS127" ("Es ist eine Bombe auf Flug OS127") versetzte er das Personal schließlich in Alarmbereitschaft. Der schon Richtung Frankfurt gestartete Airbus A320 kehrte um und flog zurück nach Wien.

Zwei Deutsche - ein 28-jähriger Unternehmer und ein 34-jähriger Wirtschaftsprüfer - aus der gleichen Region dürften zufällig in Wien aufeinander getroffen sein, berichtete die Polizei und bestätigte damit einen Bericht der "Neuen Kronen Zeitung". Sie hätten daraufhin bei einem Trinkgelage einen feucht-fröhlichen Samstagnachmittag verbracht. Der 34-Jährige verschob seinen Heimflug zwei Mal, wollte am Abend dann aber endgültig seine Heimreise antreten. Sein Saufkumpan wollte dies verhindern und drohte ihm: "Ich wett´ mit dir du fliegst nicht heim." Der Wirtschaftsprüfer ließ sich davon aber nicht beirren und fuhr zum Flughafen.

Rückkehr nach Wien

Der im Hotel zurückgebliebene Deutsche wollte sich damit nicht zufrieden geben. Mehrmals rief er die AUA an und bat den Mann nicht an Bord zu lassen - ohne Erfolg. Die Maschine startete wie geplant um 19.45 Uhr. Mit der Bombendrohung erreichte der Unternehmer schließlich sein Ziel: Das Flugzeug kehrte über Linz um und musste mit rund 120 Passagieren kurz vor 20.30 Uhr in Wien landen.

2,5 Promille

Die Polizei kam dem "gefährlichen Terroristen" allerdings schnell auf die Schliche: Der betrunkene Scherzbold hatte bei den Anrufen nämlich seinen eigenen und den Namen seines Freundes sowie die Telefonnummer angegeben. Durch die Befragung des deutschen Fluggastes wurde die Geschichte rasch aufgeklärt. Bei der Ankunft der Polizei im Hotel schlief der betrunkene Deutsche bereits friedlich seinen Rausch aus. Er dürfte bei den Anrufen etwa 2,5 Promille Alkohol im Blut gehabt haben, so die Berechnungen der Ärzte.

Den geständigen Deutschen erwartet nun möglicherweise ein Prozess wegen "Landzwang" und Drohung gegen eine große Menschenmenge. Auch Austrian Airlines prüft rechtliche Schritte gegen den Scherzbold. Es war eine ganz normale und problemlose Landung, berichtete Livia Dandrea von Austrian Airlines. Nach Durchsuchung des Gepäcks habe die Maschine mit etwa zwei Stunden Verspätung erneut starten können. (APA)

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