Ahmadinejad warnt Westen vor Unterstützung für Israel

24. Oktober 2006, 13:47
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Irans Präsident zu traditionellem "Jerusalem-Tag": "Zionistisches Regime wird bald endgültig verschwinden"

Teheran - Der iranische Staatschef Mahmoud Ahmadinejad hat den Westen davor gewarnt, Israel zu unterstützen. Das "zionistische Regime" werde bald "endgültig verschwinden", sagte der Präsident am Freitag in einer Ansprache, die der staatliche Rundfunk anlässlich einer Großkundgebung für die Palästinenser übertrug. Der Westen solle sich darüber im Klaren sein, "dass jede Regierung, die das zionistische Regime jetzt noch unterstützt, als Ergebnis nur den Zorn der Völker sehen wird". Die Bevölkerung in der Region koche vor Wut.

"Ihr sollt euch nicht beschweren, dass wir euch nicht gewarnt haben", sagte Ahmadinejad in seiner Ansprache am Tag der jährlichen Großdemonstration für die "Befreiung" Jerusalems (Al-Quds). "Wir sagen es jetzt ausdrücklich." Wenn der Hurrikan losbreche, werde er nicht an den geografischen Grenzen haltmachen, warnte der Staatschef. Israel werde seine Anhänger mit ins Verderben reißen. "Die beste Lösung für euch ist, alle Bestandteile des Regimes zu nehmen und zu entfernen."

Demonstration

Der "Al-Quds-Tag" wird im Iran jedes Jahr am letzten Freitag des muslimischen Fastenmonats Ramadan begangen. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Menschenmengen, die in iranischen Städten Porträts des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini und des Anführers der libanesischen Hisbollah-Miliz, Sayyed Hassan Nasrallah, emporhielten. Auf dem Teheraner Universitätscampus sollten die traditionellen Freitagspredigten abgehalten werden, die dem "Protest der Ummah (der islamischen Gemeinschaft) gegen die zionistischen Usurpatoren" gewidmet sein werden. Die Kundgebungsteilnehmer riefen "Tod Amerika" und "Tod Israel".

Ahmadinejad stellte erneut eine Verbindung zwischen dem von ihm in Zweifel gezogenen Holocaust und dem Palästina-Konflikt her und meinte: "Tausende Menschen (Palästinenser) sind zu Flüchtlingen geworden - als Entschädigung für die Holocaust-Opfer. Aber gab es den Holocaust wirklich? Warum ist es nicht erlaubt, frei darüber zu recherchieren?"

"Mit spezifischer Mission geschaffen"

Israel, so der iranische Präsident weiter, "ist im Herzen des Nahen Ostens mit einer spezifischen Mission geschaffen worden, nämlich, eine ständige Bedrohung für die dortigen Nationen zu bilden." Es sei errichtet worden, um den westlichen Mächten als Stützpunkt zu dienen und um die gesamte Region deren Herrschaft zu unterwerfen.

Das iranische Außenministerium erklärte anlässlich des Al-Quds-Tages, "das künstliche zionistische Regime bedrohe durch seine Massenvernichtungswaffen die Menschheit. "Man muss dieses Krebsgeschwür ausmerzen", so der Text eines Kommuniques.

Die Jüdische Gemeinde Teherans zeigte sich mit den Anliegen des Al-Quds-Tag "solidarisch". In einem von der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA verbreiteten Kommunique heißt es, der Al-Quds-Tag sei "der Tag der Solidarisierung mit den Muslimen und den ehrenhaften Menschen der ganzen Welt bei der Verteidigung von Al-Quds und der Rechte des unterdrückten palästinensischen Volkes". (APA/Reuters/IRNA)

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    Laut Berichten des Staatsfernsehens demonstrierten in Teheran hunderttausende Menschen.

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