Sparkurs bei Energie und Treibstoff

12. November 2006, 17:20
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Bahn unterzeichnet Kooperation mit Umweltministerium - Effizienz auf der Schiene soll um fünf Prozent steigen - Auch Bus-Lenker sollen Treibstoff sparen

Wien - Die ÖBB wollen in nächster Zeit ihren Energie- und Treibstoff-Bedarf deutlich reduzieren. Holding-Vorstand Martin Huber und Umweltminister Josef Pröll (V) haben am Mittwoch ein gemeinsames 5-Punkte-Programm unterzeichnet. Die staatliche Energieagentur (früher: Energieverwertungsagentur) steht den ÖBB dabei beratend zur Seite. Außerdem sollen auch die Bahn-Angebote weiter attraktiviert und so mehr Menschen zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr bewegt werden.

Im Straßenverkehr hätten sich den Kohlendioxid-Emissionen von 1990 bis 2004 um 88 Prozent erhöht, sagte Pröll am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Dem müsse man entgegenwirken. Ob es auch finanzielle Unterstützung vom Umweltministerium für die neuen ÖBB-Bemühungen geben wird, ist noch unklar. Das werde von Projekt zu Projekt entschieden werden, so Pröll.

Investition in neue Züge

Konkret wollen die ÖBB bis 2010 die Energieeffizienz im Schienenverkehr um 5 Prozent erhöhen. Das soll zum einen durch die Investition von 1,2 Mrd. Euro in neue Züge - rund 170 strombetriebene Regionalzüge, 20 Dieselzüge, 60 neue Doppelstock-Waggons, 3 ICEs und 23 neu entwickelte Fernverkehrszüge (Railjet) bis 2008 - erreicht werden. Zum anderen wollen die ÖBB die Auslastung im Güterverkehr erhöhen.

Im Bus-Bereich haben die ÖBB in Saalfelden einen Pilotversuch mit Erdgas-Bussen gestartet, weitere Tests mit Wasserstoff-betriebenen Fahrzeugen sind in Planung. Darüber hinaus soll künftig bei jeder Bus- und Auto-Anschaffung geprüft werden, ob neue Fahrzeugtypen mit Hybrid, E-Motor oder Erdgas nicht günstiger sind.

Schulungsprogramm für Lenker

Als weiteren Punkt in der Vereinbarung sichern die ÖBB die Umschulung ihrer Lenker zu. 2.800 Lenker werden bis Jahresende trainiert, wie sie spritsparend fahren können. Dadurch wollen die ÖBB den Spritbedarf beim Postbus jedes Jahr um 4,6 Prozent und die CO2-Belastung um 5.000 Tonnen senken.

Für zwanzig Bahnhöfe und Betriebsgebäude wird die Energieagentur für Heizung und Installationen (Beleuchtung, Klimaanlagen, Jalousien, Wärmedämmung, etc.) ein Energieeinsparungskonzept entwickeln. Aus den daraus gewonnenen Daten wollen die ÖBB dann eine Amortisationsrechnung erstellen. Wenn es sich auszahlt, sollen die Konzepte dann auf rund 9.000 Bahngebäude ausdehnen.

Kamapagnen

Schließlich wollen ÖBB und Umweltministerium auch gemeinsamen Kampagnen zur Bahnwerbung starten und bei der Steigerung der Attraktivität von Schiene und Bus zusammenarbeiten. Kernthemen dabei sollen u.a. die verbesserte Fahrplanabstimmung, der Ausbau von Park- bzw. Bike and Ride-Anlagen und die Umsetzung neuer Services wie Tickets via SMS und elektronische Anzeigesysteme in den ÖBB-Fahrzeugen, in Bahnhöfen oder auch in umliegenden Cafes sein.

Die ÖBB wollen durch das Energiesparprogramm auch Geld sparen. Wie viel wollte Huber am Mittwoch nicht beziffern. (APA)

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    foto: standard/robert newald
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