Wege zur Isolation: Iranischer Präsident lässt Internetzugänge drosseln

27. Oktober 2006, 10:24
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Konsum westlicher Medien soll erschwert werden - Opposition sieht sich in ihrer Arbeit stark behindert

Die Regierung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat am Wochenbeginn die Geschwindigkeit aller Breitbandzugänge des Landes drosseln lassen. Wie der Spiegel.de berichtet, wurden die Provider aufgefordert, die Transfergeschwindigkeit auf 128 kb/s herunterzudrosseln. Das entspricht ungefähr der Leistung einer ISDN-Leitung.

Massive Einschränkung

Mit dieser Maßnahme will die Regierung den Konsum von, in den Augen der Mullahs schädlichen, westlichen Medien unterbinden. Zwar werden bereits Filtersysteme angewandt, um entsprechende Inhalte herauszufiltern, mit dem jetzigen Schritt dürfte dieses Ziel wohl noch konsequenter verfolgt werden. Denn während das Lesen weiterhin möglich sein wird, können Audio- und Videoangebote nicht mehr sinnvoll wahrgenommen werden.

Isolation

Zuvor hatte schon die Polizei hart durchgegriffen, als es darum ging, illegale Satellitenantennen zu konfiszieren. Mit dem neuen Eingriff in das Privatleben der iranischen Bevölkerung, ist das Land ein weiteres Stück in Richtung Isolation gerückt. Die Opposition kritisiert unterdessen, durch die Verringerung der Uploadgeschwindigkeit würde auch versucht die Verbreitung oppositioneller Nachrichten zu verhindern.

Prekäres Detail am Rande: Die Software zur Filterung der Internetinhalte stammt vorwiegend von US-amerikanischen Firmen. (red)

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