Häupl: "Bluff des Bundeskanzler beeindruckt niemanden"

25. Oktober 2006, 15:44
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Schwarz-Blau-Orange-Koalition sei keine Option

Wien - Kurz vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde zwischen SPÖ und ÖVP zeigte sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) kämpferisch in Richtung des VP-Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel. "Der Bluff des Herrn Bundeskanzlers mit Schwarz-Blau-Orange beeindruckt vielleicht ihn selbst, aber sonst niemanden", wetterte Häupl in seiner wöchentlichen Pressekonferenz. Andere Optionen als eine Große Koalition gebe es bei realistischer Betrachtung des Wahlergebnisses nicht.

Deshalb gehe es in den Verhandlungen nun darum, in vernünftiger Zeit entweder zu einem Ergebnis zu kommen, oder dass die ÖVP mit Verweis auf den Druck ihrer Basis eine Koalition mit der SPÖ ausschließe. Unter diesem Aspekt sei die Aussprache bei der ersten Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche sinnvoll gewesen.

"Bürgermeister, nicht Verhandler"

Die kurze Verhandlungsdauer von nur zweieinhalb Stunden bei der zweiten Runde am heutigen Dienstag begründete Häupl damit, dass ein Teil der Verhandler diese Aufgabe neben dem eigentlichen Beruf übernommen habe, wozu Häupl sich selbst oder auch Gewerkschafter zählte: "Mein Job ist ja eigentlich Bürgermeister, nicht Verhandler."

In Fragen Eurofighter-Ausstieg, dessen Kosten der ehemalige Bundesheer-Chefstratege Gerald Karner am Dienstag mit vier Mrd. Euro beziffert hatte, verlasse er sich ganz auf die Vorschläge des SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer, betonte Häupl. Wichtig sei ihm jedoch, dass man Bundespräsident Heinz Fischer mit dieser Thematik "in Ruhe lasse". Der Umstand, dass die ÖVP diesem in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" Teile des Vertrages zugestellt und so versucht habe, diesen in einen Disput zwischen SPÖ und ÖVP hineinzuziehen, sei eine "Ungeheuerlichkeit", wetterte Häupl. (APA)

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