Grünes Licht für heutigen Metop-Start

19. Oktober 2006, 19:00
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Die Rakete ist befüllt - Metop soll Wetter- und Klimainformationen in bisher unbekannter Genauigkeit liefern

Darmstadt/Baikonur - Der Start des neuen europäischen Wettersatelliten Metop heute, Donnerstag, Abend um 18.28 Uhr (MESZ) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan kann via Webstreaming durch ESA und Eumetsat live verfolgt werden. Am Nachmittag hatten die russischen Behörden grünes Licht gegeben. Indessen ist die Rakete betankt worden. Der Start-Countdown hat begonnen.

Vor dem insgesamt siebten Anlauf, den Satelliten auf seine Umlaufbahn zu befördern, war der Start mehrmals verschoben worden. Am Dienstag Abend dieser Woche hatte eine Fehlermeldung im Bodenkontrollsystem der Sojus-Trägerrakete zum Abbruch des Countdowns kurz vor dem geplanten Start geführt. Der Start am Mittwoch musste aufgrund "ungünstiger Wetterbedingungen" verschoben werden.

Bereits im Juli waren drei Startversuche nach technischen Problemen an der Sojus-Trägerrakete gescheitert. Anfang Oktober führten mechanische Probleme beim Transport des Satelliten zur Startrampe zu einer weiteren Verzögerung.

Wettervorhersagen für fünf Tage

Nach dem erneuten Misserfolg müssen sich 500 Millionen Europäer weiter gedulden, bis Metop als der erste einer neuen europäischen Satelliten-Generation deutlich zuverlässigere Wettervorhersagen ermöglicht - und zwar nicht wie bisher drei Tage im Voraus, sondern fünf Tage. Metop soll vom kommenden Frühjahr an außerdem Umwelt- und Klimainformationen in bislang unbekannter Genauigkeit ermöglichen.

Mit dem auf 14 Jahre angelegten Projekt wird Europa erstmals Wettersatelliten einsetzen, die in nur gut 800 Kilometern Höhe über die Erdpole kreisen. Metop (Meteorological Operational polar satellite) fliegt 43 Mal näher an der Erde als die geostationären Flugmodelle und umrundet den Planeten in 100 Minuten, während seine Vorgänger etwa vom Typ Meteosat für die Erdumrundung 24 Stunden benötigen.

Das Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Europäischen Organisation für die Nutzung von meteorologischen Satelliten, Eumetsat, wird die bestehenden europäischen Satelliten sowie das polare US-amerikanische Wettersatellitensystem ergänzen. Es ist auf 14 Jahre angelegt und kostet 2,4 Milliarden Euro.

An Metop gibt es eine starke österreichische Beteiligung: Das Weltraumunternehmen Austrian Aerospace hat für drei Instrumente an Bord des Satelliten die digitale Signalverarbeitung entwickelt und gebaut und zeichnet darüber hinaus für die Thermalisolation und das Boden-Equipment des Satelliten verantwortlich. Der Gesamtauftragswert für das Unternehmen liegt bei 20 Mio. Euro. (APA/dpa/red)

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Eumetsat (mit Webstreaming)
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