Wien will "geplante Zuwanderung"

31. Oktober 2006, 09:12
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Wehsely und Laska: Bilanz zur Integration über Grätzel, Wohnen und Bildung

Wien - Bei den Wiener Gemeinderatswahlen 2005 und auch vor der Nationalratswahl wurde mit dem Thema "Ausländer" Wahlkampf gemacht. "Daham statt Islam"-Parolen, beispielsweise von der FPÖ, verbreiteten die Stimmung der Angst und Intoleranz und verlangten ein ausgesprochen einseitiges Bild des Wiener Migranten.

Nicht zuletzt seit 2005 hat die Stadt Integrationsmaßnahmen intensiviert, versicherten Integrationsstadträtin Sonja Wehsely (SP) und Bildungsstadträtin Grete Laska (SP) bei der Präsentation der Integrations-Leistungsbilanz am Donnerstag. Immerhin leben in Wien 18,8 Prozent Menschen, die nicht die österreichische Staatsbürgerschaft haben, und 30 Prozent der Stadtbevölkerung ist in erster, zweiter oder dritter Generation zugewandert. Das sieht Wehsely eher als Chance für die Stadt denn als Manko. Sie nennt als Beispiel den Geburtenüberschuss, durch den die Stadt nicht zu überaltern droht.

Durch Maßnahmen könne man Integration erleichtern und so gegen Fremdenfeindlichkeit auftreten. Diese Maßnahmen sind grob in drei Bereiche unterteilt: Wohnen, Bildung und Grätzelarbeit. Die Initiativen im Bereich der Bildung nehmen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Eltern, beispielsweise im Kurs "Mama lernt Deutsch", in Anspruch. Wehsely fordert von der künftigen Regierung eine Verbindung zwischen Integration und Zuwanderung. Eine geplante und organisierte Zuwanderung sei notwendig, sagte sie.

Die Wiener ÖVP wirft der SP vor, VP-Ideen, zum Beispiel den Gratis-Kindergarten, abzulehnen, obwohl Kinder im Kindergarten Sprachen am leichtesten lernen. (mil, APA, DER STANDARD - Printausgabe, 13. Oktober 2006)

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