Polnischer Präsident befürchtet "Aussterben der Menschheit"

12. Oktober 2006, 14:27
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Kaczynski gegen "Diskriminierung von Homosexuellen", aber auch gegen Aktivismus

London - Der polnische Präsident Lech Kaczynski hat sich gegen Vorwürfe der Diskriminierung von Homosexuellen gewandt. "Ich glaube nicht, dass Homosexuelle diskriminiert werden sollten", sagte Kaczynski der britischen Tageszeitung "The Times" (Donnerstagsausgabe). Auch in seinem Freundeskreis gebe es Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung, diese seien allerdings keine "Aktivisten".

Angst vor "Umwälzungen"

Kaczynski äußerte die Befürchtung, AktivistInnen könnten zu einer Ausbreitung der Homosexualität beitragen. Sollte die Zahl von Homosexuellen steigen, fuhr er fort, "würden die Beziehungen zwischen Männern und Frauen umgewälzt" und "die Menschheit wäre zum Aussterben verurteilt".

Der polnische Präsident betonte, er sei weder so traditionell, noch so konservativ wie KritikerInnen behaupteten. Soweit er wisse, seien Schwule in der polnischen Armee überdurchschnittlich stark vertreten. "Wenn aber ein Offizier versuchen würde, eine Affäre mit einem jungen Wehrpflichtigen zu haben, wäre das nicht hinnehmbar."

Zitate

Die konservative Regierung in Polen wurde immer wieder wegen ihrer Homosexuellen-Feindlichkeit angegriffen. "Wenn Perverse anfangen zu demonstrieren, müssen sie den Knüppel zu spüren bekommen", sagte beispielsweise der Abgeordnete Wojciech Wierzejski von der polnischen Regierungskoalition einer Warschauer Zeitung. "Ein Schwuler ist per Definition ein Feigling", fügte der Politiker der nationalistischen Liga Polnischer Familien hinzu. Polens Ex-Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz von Kaczynskis Partei Recht und Gerechtigkeit hatte vergangenen Oktober erklärt: "Wenn eine Person andere mit ihrer Homosexualität anzustecken versucht, muss der Staat gegen einen solchen Angriff auf die Freiheit intervenieren." (APA/AFP)

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