Grüne erstmals Dritte: Dank Wahlkarten knapp vor FPÖ

13. Oktober 2006, 16:22
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532 Stimmen Vorsprung und das 21. Mandat für die Grünen - FPÖ erstmals Vierte - BZÖ hat nur noch sieben Mandate

Wien - Die Grünen sind bei der Nationalratswahl doch noch Dritte vor der FPÖ geworden. Die ausgezählten Wahlkarten-Stimmen brachten ihnen bundesweit einen haarscharfen Vorsprung von rund 500 Stimmen bzw. 0,01 Prozent. Die Blauen sind damit erstmals in ihrer Parteigeschichte nur viertstärkste Kraft. Außerdem ist gegenüber dem Ergebnis vom Wahlsonntag ein Mandat vom BZÖ zu den Grünen gewandert.

Endergebnis

Mit den 257.000 Wahlkarten liegen nun SPÖ und ÖVP auf Platz 1 und 2 sowie vor allem Grüne und FPÖ auf Platz 3 und 4 ziemlich knapp beieinander. Die SPÖ kommt im vorläufigen Endergebnis inkl. Wahlkarten auf 1,663.986 Stimmen bzw. 35,34 Prozent und 68 Mandate, die ÖVP auf 1,616.493 Stimmen bzw. 34,33 Prozent und 66 Mandate.

Die Grünen liegen mit 520.130 Stimmen und 11,05 Prozent knapp vor der FPÖ mit 519.598 Stimmen und 11,04 Prozent. Beide Parteien haben 21 Mandate. Die weitaus schwächste Parlamentspartei ist das BZÖ mit 193.539 Stimmen bzw. 4,11 Prozent und sieben Mandaten.

HPM vor KPÖ

Von den Parteien, die die Vier-Prozent-Hürde nicht geschafft haben, ist die Liste Hans-Peter Martins mit 131.688 Stimmen und 2,80 Prozent die stärkste, gefolgt von der KPÖ mit 47.578 Stimmen (1,01 Prozent). Das NFÖ hat inkl. Wahlkarten 10.594 Stimmen und 0,23 Prozent bekommen, die Initiative 2000 (die nur im Burgenland antrat) 592 Stimmen (0,01 Prozent), die Kärntner Listen Stark 312 (0,01) und SAU 1.514 (0,03) und die Sozialistische Linkspartei (SLP) in Wien 2.257 (0,05).

Die Verschiebungen gegenüber dem Wahlsonntag bewirkten 257.259 Wahlkarten mit gültigen Stimmen, 260.067 wurden abgegeben. Die Wahlbeteiligung ist damit auf 78,48 Prozent gestiegen.

Grüne profitierten von Wahlkarten

Von den Wahlkarten profitierten die Grünen - wie bei den übrigen Wahlen - am meisten: Sie kamen auf 20,72 Prozent Wahlkartenstimmen und verbesserten damit ihr Ergebnis insgesamt um 0,56 Prozentpunkte. Auch die ÖVP konnte mit den Wahlkarten (36,27 Prozent) ihre Ergebnis verbessern, und zwar um 0,11 Prozentpunkte.

Die SPÖ sowie FPÖ und auch BZÖ schnitten bei den Wahlkarten schwächer ab als am 1. Oktober. Die SPÖ bekam 28,98 Prozent Wahlkartenstimmen - und damit im Ergebnis inkl. Wahlkarten um 0,37 Punkte weniger als am Wahlsonntag. Die FPÖ ist mit 7,89 Prozent bei den Wahlkarten insgesamt um 0,17 Punkte schwächer geworden. Das BZÖ büßte durch die Wahlkarten (2,65 Prozent) etwas weniger ein, nämlich 0,09 Punkte.

Immer noch nicht endgültig

Das nunmehr vorliegende Endergebnis inkl. Wahlkarten ist in der offiziellen Bezeichnung allerdings immer noch ein "vorläufiges Ergebnis". Endgültig wird das Resultat der Nationalratswahl erst, wenn es nicht beim Verfassungsgerichtshof angefochten wurde bzw. wenn dieser nach einer Anfechtung entschieden hat. Die vierwöchige Frist für die Anfechtung beim VfGH beginnt mit der Verlautbarung des "amtlichen Endergebnisses" auf der Amtstafel im Innenministerium. Das geschieht nach der Sitzung der Bundeswahlbehörde am 20. Oktober.

Neben der Anfechtung beim VfGH gibt es noch die Möglichkeit des Einspruchs gegen die ziffernmäßige Ermittlung. Ein Einspruch ist sowohl auf Landesebene als auch auf Bundesebene nach der Verlautbarung der jeweiligen Endergebnisse möglich. In den Ländern tagen am Mittwoch die Wahlbehörden, dann beginnt die dreitägige Einspruchsfrist. Auf Bundesebene ist auch hier die Verlautbarung nach der Sitzung der Bundeswahlbehörde am 20. Oktober ausschlaggebend. (APA)

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    Grund zur Freude hatten Alexander van der Bellen und Eva Glawischnig bereits am 1. Oktober in Wien.

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