Amish-Schulmassaker: Weiteres Opfer in kritischem Zustand

8. Oktober 2006, 19:24
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Sechstes Mädchen droht zu sterben

Washington - Das Schulmassaker im Amischen-Land im US- Bundesstaat Pennsylvania vom Montag wird möglicherweise ein sechstes Todesopfer fordern. Die Ärzte des Krankenhauses in Hershey meinten am Freitag, dass die Überlebenschancen eines der fünf bei dem Blutbad verletzten Mädchen "äußerst gering" seien, so der Fernsehsender ABC. Fünf Kinder waren bereits am Tag des Verbrechens in der Zwergschule von Nickel Mines ums Leben gekommen.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung waren am Donnerstag vier der getöteten Schülerinnen beigesetzt worden. Den Särgen folgten hunderte von Menschen. Die meisten gehörten zur Amischen-Gemeinde, zu der auch die Schule gehört, wo am Montag der Milchfahrer Charles Roberts die Kinder in seine Gewalt gebracht und dann das Blutbad angerichtet hatte. Der Zug mit den Pferdewagen, auf denen die Kindersärge aufgebahrt waren, passierte auf dem Weg zu dem Friedhof in Bart Township auch das Haus des Täters. Das fünfte getötete Mädchen sollte am Freitag beerdigt werden.

Inzwischen wurden neue Einzelheiten des Massakers bekannt. Die Krankenschwester Rita Roads berichtete, dass der Täter die Mädchen in seiner Gewalt aufgefordert habe, für ihn zu beten. Auch habe eines der Kinder, die 13-jährige Marian Fisher, Roberts vergeblich gebeten sie zuerst zu erschießen und die Jüngeren zu verschonen. Marians verwundete zwölfjährige Schwester Barbie erzählte laut der "Washington Post", die Mädchen hätten Roberts auch gefragt, warum sie für ihn beten sollten und er dies nicht allein tun könne. Daraufhin habe er die Schülerinnen gefesselt und über seine Wut auf Gott gesprochen, so Rita Roads weiter. Seinen Zorn hatte der Milchfahrer in wirren Aufzeichnungen unter anderem mit dem Verlust seiner ersten Tochter begründet, die vor neun Jahren als Säugling gestorben war. (APA/dpa)

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