Bruni Löbel 1920-2006

5. Oktober 2006, 13:08
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Populäre Schauspielerin auf Bühnen, in Filmen und dann durch ihre TV-Arbeiten

München - Bruni Löbel, die als liebenswerte Oma Herta in der Serie "Forsthaus Falkenau" (Bis zum 29. Dezember läuft die 17. Staffel der ZDF-Serie) die Herzen vieler Fans eroberte, starb am 27. September im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in Mühldorf am Inn, teilte ihr Sohn Felix Bronner am Donnerstag in München mit. Einem großen Publikum wurde die vielseitige Künstlerin durch das Fernsehen bekannt, doch schon in den 40er Jahren spielte sie zahlreiche Hauptrollen in UFA-Filmen und auf Theaterbühnen.

Löbel hatte sich bereits vor ihremn Ableben entschieden, aus der Serie "Forsthaus Falkenau" auszuscheiden. Ihre Begründung: "Am Anfang war ich der Mittelpunkt. Ich habe die Kinder huckepack getragen und ins Bett gebracht. Aber jetzt sind sie alle erwachsen geworden. Und nur Petersilienbeilage zu sein, lag mir noch nie." Zusammen mit TV-Förster Christian Wolff hat Löbel die Erfolgsserie geprägt.

"Schauspielsoubrette großen Stils"

Bruni Löbel wurde am 20. Dezember 1920 als Brunhilde Melitta Löbel in Chemnitz geboren. Bereits als 15-Jährige stand die Tochter eines Fabrikanten in Molières "Der eingebildete Kranke" in ihrer Heimatstadt Chemnitz auf der Bühne. Nach ersten kleineren Rollen ging es mit Löbels Schauspielkarriere steil bergauf, als sie 1939 in der UFA-Verfilmung von Nico Dostals "Heimatland" ihre erste Filmrolle bekam. Bei den Marburger Festspielen debütierte sie im selben Jahr als Hermia in Shakespeares "Sommernachtstraum". Sie spielte gemeinsam mit Martin Held und Gert Fröbe, die damals noch relativ unbekannt waren.

Im Film spielte sie dann als "muntere Naive" zahlreiche Hauptrollen. Ihre eigentliche Liebe gehörte aber immer dem Theater. Einen großen Bühnenerfolg erzielte sie nach dem Krieg in Avery Hopwoods "Der Mustergatte" zusammen mit Heinz Rühmann, mit dem sie mehr als 600 Mal auf nahezu allen größeren deutschsprachigen Bühnen stand. Mehr als 40 Filmrollen nahm sie ab den 1950er Jahren wahr. Auch Hollywood-Stars wie Joseph Cotton, Robert Cunningham oder Montgomery Clift zählten zu ihren Partnern.

Besonders gern und mit großem Erfolg stand sie in München auf der Bühne. Als "Schauspielsoubrette großen Stils" wurde sie von der Kritik nach ihrem Auftritt in Lope de Vegas' "Tumult im Narrenhaus" gepriesen. Auch wenn die vergangenen Jahre vor allem durch ihre TV-Arbeit geprägt waren, hatte Löbel gemeinsam mit ihrem 1998 gestorbenen Mann, dem Schauspieler Holger Hagen, immer versucht, neben dem Fernsehen auch Theater zu spielen. (APA/dpa/sda)

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