Gegen Werbeverbote: IAA präsentiert neue Welle der Kampagne

29. Juni 2000, 11:17
"Werbung arbeitet. Auch für Ihren Job." So lautet das Motto der neuen Werbekampagne gegen Werbeverbote, die heute, am Donnerstag, dem 29. Juni 2000, von Walter Holiczki, Präsident des Austrian Chapters der IAA (International Advertising Association), Fritz Karmasin, Vorsteher des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation, und Angelika Trachtenberg, geschäftsführende Gesellschafterin BBDO, präsentiert wurde. Mit einer neuen Welle setzt man die im Vorjahr gelaufene Kampagne zum Thema fort.

Die im Auftrag der IAA von der Agentur BBDO kostenlos entwickelte Kampagne hat das Ziel, eine breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren für die Bedeutung von Werbung als Wirtschaftsfaktor, das Schaffen von Arbeitsplätzen durch Werbung, die Wirtschaftsschädigung und Jobgefährdung durch Werbeverbote.

Die IAA setzt mit dieser Kampagne ihren langjährigen Kampf gegen drohende Werbeverbote fort und möchte die Konsumenten direkt ansprechen. Die Bedeutung von Werbung als Garant für den wirtschaftlichen Erfolg diverser Industriebranchen und damit in der Folge für die Zukunftssicherung von Arbeitsplätzen soll vermittelt werden. Im Mittelpunkt der Kampagne steht der Zusammenhang zwischen Werbung, Freiheit bei der Bewerbung von Produkten und der Sicherung von wirtschaftlicher Prosperität und Arbeitsplätzen. Den Bürgern soll nähergebracht werden, daß Werbung sie nicht nur als Konsumenten, sondern auch direkt als Arbeitnehmer betrifft.

Der ideologische Anspruch "Freiheit der Werbung, Freiheit der Entscheidung" wird mit der relevanten Bedeutung der Werbung für Österreichs Arbeitsplätze verknüpft. Das Hauptsujet der Kampagne dramatisiert die Gefahr von Werbeverboten und die Kettenreaktion, die durch Werberestriktionen ausgelöst werden kann. Mit spezifischen Sujets jener Branchen, die von drohenden Werbeverboten unmittelbar betroffen sind (Tabakindustrie, Bierproduzenten, Kfz-Markt, Süßwarenindustrie) wird noch mehr Transparenz für die wirtschaftlichen Zusammenhänge und die fatalen Konsequenzen geschaffen. Der Absender "Initiative der Werbung für Österreichs Wirtschaft" signalisiert die gemeinsame Aktion der IAA und des Fachverbandes für Werbung und Marktkommunikation.

Die Kampagne läuft im Juli und August 2000 mit Plakaten (1 Sujet), Inseraten (5 Sujets zu den Themenbereichen Auto, Bier, Spielzeug, Süßwaren und Tabakwaren), Radiospots (1 Spot) und Fernsehspots (1 Sujet).

Neben der Unterstützung durch BBDO und den Fachverband Werbung und Marktkommunikation, machen vor allem die Sponsoren und Medien, die gratis Werbefläche und -zeit zur Verfügung stellen, die Realisierung des Kampagne möglich. Auch heuer ist die Bereitschaft der Medien, die Kampagne zu unterstützen, beeindruckend. TV, Hörfunk, Plakatstellen und Anzeigenraum werden wieder kostenlos zur Verfügung gestellt, es wird ein Mediabudget von zirka 25 Millionen Schilling für die Aktion erwartet.

Die Hauptsponsoren sind: Austria Tabakwerke AG, BBDO Werbeagentur, Bernhard Computertext, Buenos Dias, Bundesgremium für Fahrzeughandel, Druckerei Gerin, IT Papier, Verband der Brauereien Österreichs und Verband der Süßwarenindustrie.

Folgende Medien stellen gratis Werbeflächen zur Verfügung:

Radio: ORF, 92,9 RTL, Antenne Steiermark, Antenne Wien, RMS - Radio Marketing Service

TV: IPA Plus, ORF

Print: A3 Boom, Der Standard, Die Furche, Die Presse, Format, Horizont, Kleine Zeitung Kärnten, Kleine Zeitung Steiermark, Kurier, Manstein Verlag, Neue Kronen Zeitung, News, Niederösterreichische Nachrichten, Oberösterreichische Rundschau, Oberösterreichische Nachrichten, Österreichischer Wirtschaftsverlag, Salzburger Volkszeitung, Salzburger Nachrichten, Tele, Tiroler Tageszeitung, Verband Österreichischer Zeitungen, Werbering

Plakat: Dr. Grupe Werbung, Gewista, Heimatwerbung, Schuster Werbung, Außenwerbung Dr. Heinrich Schuster

Bedrohung durch Werbeverbote

EU-Behörden und Institutionen, aber auch internationale Organisationen versuchen seit Jahren, Werbung für eine Reihe von Produktgruppen zu verbieten. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) will beispielsweise weitere Einschränkungen bei der Werbung für alkoholische Getränke erreichen. Der bekannteste und meistdiskutierte Versuch, ein Werbeverbot durchzusetzen, ist die sogenannte EU-Tabakrichtlinie, die jede Form der Werbung und des Sponsorings in der Gemeinschaft verbietet. Das Verbot gilt sowohl für Tabakprodukte selbst wie auch für andere Waren, die unter dem Markennamen eines Tabakherstellers verkauft werden. Die EU-Kommission argumentiert damit, mit dieser Richtlinie die Bedingungen für die Tabakindustrie und -werbung zu vereinheitlichen.

Die IAA sieht in dieser EU-Richtlinie den Versuch der EU-Kommission, eine Erweiterung ihrer Kompetenzen auf den Bereich der Gesundheitspolitik über das Vorschieben des Ziels einer Rechtsharmonisierung im Binnenmarkt durchzusetzen. Dies als Argument für das Verbot von Dienstleistungen wie Werbung zu benutzen, ist jedoch nach Ansicht der IAA nicht zulässig. Weiters sieht die IAA ein solches umfassendes Werbeverbot als Verletzung des Grundrechtes auf freie Meinungsäußerung an.

Die Bundesrepublik Deutschland hat 1998 ähnlich argumentierend eine Nichtigkeitsklage vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die EU-Richtlinie eingebracht. Vor wenigen Wochen hat nun der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), Nial Fennelly, die Empfehlung abgegeben, das beschlossene Tabakwerbeverbot der EU für nichtig zu erklären. Der EU-Generalanwalt bestreitet in seiner Empfehlung nicht nur die Kompetenz der EU-Kommission, ein so weitreichendes Werbeverbot für Tabakerzeugnisse zu beschließen, sondern bezeichnet ein solches Werbeverbot auch als Verletzung des Grundrechtes auf freie Meinungsäußerung. Damit schließt sich Fennelly den Argumenten der IAA an.

IAA-Präsident Walter Holiczki: "Nach jahrelangem intensiven Kampf zeichnet sich nun endlich eine sensationelle Trendwende ab. Eine Empfehlung ist aber noch lange kein endgültiges Urteil des EuGH, es wäre also gefährlich, sich bereits jetzt zufrieden zurückzulehnen. Vielmehr wird die IAA als gemeinsame Interessenvertretung von Werbeagenturen, Medien und werbetreibenden Unternehmen die kommenden Monate nutzen, um noch intensiver als bisher gegen drohende Werbeverbote aufzutreten." (red)

Share if you care.