Gefragter Bert Brecht - Vom Depot zum Auktionspult

4. Oktober 2006, 23:18
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Amsterdam/München - Am 27. und 28. 9. versteigerte Sotheby's in Amsterdam Kunsthandwerk, Malerei, Möbel und Tapisserien. Darunter auch Teile der Sammlung von Bertolt Brecht. Für seinen Intendantenstuhl, taxiert auf 1000 bis 1500, stiegen die Gebote bis auf 2640 Euro, und für seine Brillensammlung fiel der Hammer deutlich über den Erwartungen (800-1200) bei 6000 Euro. Die Kollektion seiner 200 Kämme wechselte für 3840 Euro in den holländischen Handel, die seiner knapp 40 Spazierstöcke sicherte sich bei 3360 Euro ebenfalls ein europäischer Kunsthändler. Gesamtergebnis: 2,5 Millionen Euro zusammen.

Was tun mit all den Kunstwerken in einem Depot, für das Versicherungs- und Erhaltungskosten anfallen? Auf den Markt damit, dachte sich auch die Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst in München. Am 9. und 10. 10. gelangen über Neumeister 1300 Kunstwerke zur Auktion. Die Bandbreite reicht von Malerei (600 Lots), Grafik (400 Lots) und Skulptur (160 Lots), darunter Werke von Otto Dix, Karl Schmidt-Rottluff, oder Gerhard Richter (mit einer Taxe von 400.000 bis 600.000 Euro das teuerste Werk). Mit dem Erlös (2 bis 2,8 Millionen Euro) sollen Ausstellungen finanziert werden. (kron / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2006)

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