Vier Fragen zu möglichem Allianzwechsel

25. Oktober 2006, 14:19
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Die Austrian Airlines wollen Partner des von der Lufthansa dominierten Bündnisses Star Alliance bleiben – vorerst. Doch ein Wechsel zu Skyteam (Air France/KLM) hätte auch Vorteile

Frage: In welcher strategischen Situation wäre die AUA nach einem Wechsel?

Antwort: Die AUA würde zwar die größte und älteste Allianz verlassen, aber auch dem massiven Wettbewerb unter den europäischen Partnern entgehen (Lufthansa, Swiss, LOT, SAS). Der Vorsprung im Osten innerhalb der Star Alliance hält, je mehr sekundäre Ziele hinzukommen. Doch das ist kein Garantieschein für die Zukunft. Dass Lufthansa ihr Osteuropa-Netz weiter ausbaut, liegt klar auf der Hand.

Frage: Und die Rolle im Skyteam?

Antwort: Die AUA könnte von ihrer relativen Bedeutungslosigkeit ausscheren und eine führende Rolle in Skyteam erhalten. Dazu müsste die AUA aber sehr schnell handeln. Auch bei Skyteam wird die Position nicht ewig frei sein. Air France/KLM zählt außerdem zu den finanzstärksten Fluglinien. Zudem könnte der Flughafen Wien mit neuen US-Verbindungen rechnen, da SkyTeamPartner Delta Wien als Drehkreuz schätzt.

Frage: Was spricht gegen das Verlassen der Star Alliance?

Antwort: Extrem hohe Kosten – durch die Umstellung von Vielfliegerprogrammen, Reservierungssystemen, Kooperationsflügen, IT-Bereich, Lounge-Zutritte und mehr. Außerdem muss eine Austrittsgebühr bezahlt werden. Zudem ist ein Wechsel zeitaufwändig, er kann bis zu einem Jahr dauern.

Frage: Was würde aus der Sicht der Passagiere passieren?

Antwort: "Deutschsprachige" Umsteigepunkte gingen verloren (Frankfurt, München, Zürich). Zudem ist das Star-Drehkreuzsystem in Europa dichter.

Offen bleibt die Frage, inwiefern die österreichische Provinz an die Skyteam-Drehscheiben Amsterdam, Paris und Prag angebunden werden kann. (hof, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2006)

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