Zune wird den iPod nicht killen

23. November 2006, 11:36
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"Zune ist nicht cool", hat durchaus etwas an sich, wenn die Killerfeatures nicht greifen - Der Preis wird's entscheiden

Microsoft ist der erfolgreichste Softwarekonzern unserer Tage. Dem Unternehmen steht jährlich ein Budget von einem so enormen Ausmaß zur Verfügung, dass gar so mancher Staat von Neid erfüllt in die Finanzplanung der Konzernspitze schielt. Microsoft ist so mächtig, dass selbst die US-Regierung sich dazu aufringt ein gutes Wort im EU-Kartellverfahren für die Kollegen aus Redmond einzulegen.

No Way

Eines kann der IT-Gigant trotzdem nicht: "cool sein". So banal das klingt, diverse Produkteinführungen in der nahen Vergangenheit und ein zentimeterhoch angestaubtes Betriebssystem weisen - trotz immenser Marketingmittel - auf das Unvermögen des Konzerns hin, sich besonder beliebt zu machen. Im besten Fall gilt Microsoft heute als stark, durchsetzungsfähig und enorm potent, aber cool ist es nicht.

So nicht

Zumindest kommt der Autor eines erst kürzlich veröffentlichten Wired-Artikels zu dem Schluss, dass der Musikplayer Zune genau aus diesem Grund den iPod nicht gefährden kann. Für die Presse ist Zune in den meisten Fällen ein gefundenes Fressen, denn der Player verspricht die Welt und steigt mit einer selbstsicheren Kampfansage in den Ring. Bei gleichem Preis und gleicher Speicherkapazität wird nach Außen hin mehr geboten.

Vor allem ist das Display größer und, wie könnte man es vergessen, es gibt eine Filesharing-Funktion. Via Wireless Lan können auf diese Weise Musikdateien hin und her getauscht werden. Einziger Haken, nach drei Tagen bzw. nach dreimaligem Abspielen wird die Datei gelöscht. So kommt es auch aufgrund eines nicht ganz ausgeklügelten DRM-Systems zu Stande, dass selbst nicht kopiergeschützte Dateien dem System unterworfen werden.

Obsolet

So gesehen ist das Killerfeature schlechthin, das Argument für das Produkt aus dem "Hause Gates", von vornherein zum Scheitern verurteilt. Somit bleibt unterm Strich der Vergleich in Sachen Optik und Vermarktung. Und ein digitales Kultobjekt mit den eigenen Mitteln schlagen zu wollen, wird so leicht nicht werden.

Hoffnungsschimmer

Bleiben zwei letzte Hoffnungsschimmer am Redmonder Horizont. Zum einen die Gewissheit mit brachialer Gewalt alles vermarkten zu können und zum anderen den Konkurrenten mit einem einzigen Mittel, der Wunderwaffe schlechthin, in windeseile ausstechen zu können: dem Preis.

Nun 250 Euro kostet der iPod auch, aber um die Hardware geht es hier schon lange nicht mehr. Microsofts Musicstore bietet ebenfalls Lieder für 99 Cent pro Stück an und bietet zudem noch eine Flatrate für 15 Dollar monatlich an. Ist das tatsächlich ein kompetitives Angebot, wenn man als klarer Außenseiter ins Rennen geht? Vermutlich nicht.

Die Vögel zwitschern

Deshalb der Appell an den Goliath aus Sicht eines Davids: Halbiert den Preis und die Kundschaft ist Euer, egal ob cool oder nicht, denn käuflich ist bekanntlich jeder Mann und jede Frau.(ZW)

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