Ohne Umweg ins Parlament

3. Oktober 2006, 19:03
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Grüne konnten erstmals Direktmandate erringen

Wien - Es ist das sicherste Ticket für einen Einzug ins Parlament: Wer auf einem Direktmandat "sitzt", der muss sich nicht über Bundes- oder Landeslisten den Einzug ins Parlament erkämpfen, sondern wird direkt aus einem der österreichweit 43 Regionalwahlkreise ins Parlament entsandt.

Erstmals in der Geschichte der Grünen können diese sich über Direktmandate freuen, sie errangen jeweils eines in den Wiener Wahlkreisen Nord-West (Bezirke Ottakring, Hernals, Währing, Döbling) und Süd-West (Hietzing, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Liesing).

Die FPÖ konnte bei diesen Wahlen wieder zwei Direktmandate in Wien "zurückerobern" - im Jahr 2002 hatten sie alle verloren. Wesentlich weniger Direktmandate als 2002 kann die ÖVP für sich verbuchen, nämlich nur mehr 36 statt 59. Die SPÖ verlor eines und hält nun bei 45. Kein einziges Direktmandat hat das BZÖ geschafft, es zieht mit drei Landes-Mandaten aus Kärnten und fünf Bundesmandaten in den Nationalrat ein - so ist zumindest der Stand vor Auszählung der Wahlkarten.

"Billiges" Direktmandat

Wie viele Stimmen vonnöten sind, um ein Wahlkreis-Direktmandat zu erhalten, das hängt unter anderem von der Wahlbeteiligung ab. Da diese heuer verhältnismäßig gering war, wurden die Direktmandate "billiger" - deutlich wird das am Beispiel Vorarlberg: Brauchte man 2002 (inklusive Wahlkarten) 24.671 Stimmen, so waren es heuer laut bisheriger Stimmauszählung "nur" 20.623. In Wien lag die Wahlzahl heuer bei 22.056 Stimmen. Am "teuersten" waren die Direktmandate in den einzigen beiden Bundesländern, in denen die Wahlbeteiligung über 80 Prozent lag: Im Burgenland brauchte man 26.127 Stimmen, in Niederösterreich 26.759. (APA, hei/DER STANDARD,Printausgabe, 4.10.2006)

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