Wirbel um Film mit gewalttätigen Frauen-Duo

28. Juni 2000, 19:01

"Baise-moi" sorgt in Frankreich für Aufregung

Paris - Schon vor der Premiere hat der Film Baise-moi in Frankreich für Aufregung gesorgt. Der Streifen mit provokativem Titel - eine sehr ordinäre Übersetzung für Geschlechtsverkehr - entging nur knapp einer Klassifizierung als Pornofilm. Trotz öffentlicher Proteste lief die Geschichte von Sex und Gewalt am Mittwoch in französischen Kinos an.

Verkehrsbetriebe in mehreren Städten weigerten sich, auf ihren Bussen für den Film zu werben. Schließlich wurden Plakate ohne den Titel gedruckt. Aber nicht nur der ist provokativ: Der Film nach einem ebenso umstrittenen Roman von Virginie Despentes erzählt die Geschichte zweier gescheiterter Frauen, die sich zusammenschließen und jeden umbringen, der sich ihnen in den Weg stellt.

Als Hauptdarstellerinnen wählten Despentes und Regisseurin Coralie Trinh Tri Porno-Darstellerinnen aus. Allerdings richteten sich die Proteste weniger gegen die Sex- als gegen die Gewaltszenen in dem Film, der für Besucher ab 16 Jahren freigegeben ist. "Wir haben ein Recht, das alles zu zeigen", rechtfertigte sich Virginie Despentes jüngst in einem Interview der Sonntagszeitung "Le Journal de Dimanche". (APA)

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