VEÖ-Chef Windtner: "Gewinner der Marktöffnung ist Grasser"

11. Oktober 2006, 11:23
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An der Liberalisierung des Strommarktes in Österreich hat vor allem die Finanz viel verdient, sagt der Präsident des Verbands der Elektrizitätsunternehmen

STANDARD: Seit Vollöffnung des Strommarktes in Österreich sind fünf Jahre vergangen. Was hat sich verändert?

Windtner: Im Gegensatz zu früher reflektieren die Strompreise nun die jeweilige Marktsituation, sie passen sich nach oben und unten an.

STANDARD: Was vielen Konsumenten sauer aufstößt, wenn die Preise steigen.

Windtner: Freier Markt heißt, dass sich Preise auch nach oben bewegen können. Da sind globale Faktoren, die hineinwirken. Auf die Öl- und Gaspreise haben wir keinen Einfluss. Und dass die kräftig in die Höhe gegangen sind, wird wohl niemand leugnen.

STANDARD: Und was ist mit der in Österreich doch reichlich vorhandenen Wasserkraft?

Windtner: Viel Wasserkraft hat nur der Verbund, viele andere müssen bei der Stromproduktion überwiegend auf Öl- und Gas-befeuerte Kraftwerke zurückgreifen. Und dann darf man nicht vergessen, dass etwa 40 Prozent der Stromrechnung Steuern und Abgaben sind. Der eigentliche Gewinner der Strommarktöffnung ist Finanzminister Grasser.

STANDARD: Die Stromunternehmen stehen heute besser oder schlechter da als früher.

Windtner: Wir haben die Ärmel hochgekrempelt, um das Horrordatum 1. Oktober 2001 zu schaffen. Wir sind effizienter geworden und können in Österreich Preise bieten, die deutlich unter denen in Deutschland liegen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.9./1.10.2006)

  • Zur Person
Leo Windtner (55) ist Chef der Energie AG OÖ und Präsident des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs.
    foto: standard/cremer

    Zur Person
    Leo Windtner (55) ist Chef der Energie AG OÖ und Präsident des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs.

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