Vom Menschen verursachte Methan-Emissionen nehmen deutlich zu

2. Oktober 2006, 12:03
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Kaschierung durch schwindende natürliche Methan-Emissionen

Wien/Peking - Die Konzentration des Treibhausgases Methan in der Erdatmosphäre nimmt nach einer im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie wieder deutlich zu. Jenes Methan, das von Feuchtgebieten ausgestoßen wird, nimmt nach der Studie der Forscher Philippe Bousquet von Climate and Environment Science Laboratory in Saclay/Frankreich ab. Das vom Menschen verursachte Methan nimmt hingegen deutlich zu. Die Experten machen die boomende Wirtschaft Chinas dafür verantwortlich.

In den 1980er Jahren stieg der Methangehalt in der Erdatmosphäre an, fiel allerdings während der folgenden Dekade deutlich. Das hatten die Forscher als Lichtblick in der sonst so trostlosen Geschichte der globalen Erwärmung gewertet. Die Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass die Methanwerte annähernd auf diesem Niveau geblieben waren. Allerdings haben Bousquet und sein Team in den jüngsten Untersuchungen andere Tatsachen entdeckt: Seit 1999 nehmen die vom Menschen verursachten Methan-Emissionen wieder deutlich zu. Dieser Zuwachs wird von den schwindenden natürlichen Methan-Emissionen - vor allem in Nordeuropa - kaschiert. Die Forscher sprechen davon, dass sogar die Werte von den 1980er Jahren erneut erreicht werden.

Herkunft

Methan ist eines der stärksten Treibhausgase und 20 Mal so effektiv wie CO2. "Seit vorindustrieller Zeit haben sich die Werte dieses Treibhausgases auf der Erde fast verdreifacht", so Bousquet. Wenn sich dieser Trend fortsetze, werde es zu massiven Auswirkungen auf das Klima kommen, meinen die Wissenschaftler. Etwa ein Drittel der Methan-Emissionen kommt aus den Feuchtgebieten, Wäldern, Bränden, Meeren und anderen natürlichen Quellen. Der Rest stammt aus der Produktion und Weiterarbeitung von Öl und Erdgas, von Viehherden, Abfalldeponien und anderen menschlichem Handeln. Durch UV-Strahlung verschwinden 90 Prozent der emittierten Methanmenge wieder.

Dass Methan eine ernstzunehmende Gefahr für das Weltklima darstellt, davon geht auch der Forscher Jos Lelieveld vom Max Planck Institut für Chemie in Mainz aus. Den Grund dafür sieht der Forscher in der Unmöglichkeit die CO2-Emissionen rasch zu reduzieren. Die Gründe dafür liegen bei der Politik. "Die Zunahme von Klimakatastrophen wird aber ein Handeln erforderlich machen", spekuliert der Forscher. Das könnte zu einem Umdenken bei der Methan-Emission führen: "Methan ist ein wertvoller Rohstoff - und bei Verteuerung der Energiepreise könnte man das Gas aus Deponien, Kohleminen oder der Erdöl-Industrie sinnvoll für die Stromherstellung nutzen." Das löse zwar das gesamte CO2-Problem nicht, sorge aber dafür zumindest einen "Teufel" zu bekämpfen. (pte)

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