LehrerInnen-Sparpläne:

28. Juni 2000, 13:11

Oppositions-Kritik an Haider-Äußerungen - Gehrer soll Stellung beziehen

Wien - Mit deutlicher Kritik an den Äußerungen des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) über LehrerInnen-PersonalvertreterInnen meldeten sich am Mittwoch die Oppositionsparteien zu Wort. Die Bezeichnung "parasitäre Elemente" sei "dem nationalsozialistischen Jargon entnommen und daher aufs Schärfste zu verurteilen", betonte SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni in einer Aussendung. Der Grüne Bildungssprecher Dieter Brosz sprach von "Polit-Rabaukentum" Haiders.

Anlässlich der heutigen Sitzung des parlamentarischen Unterrichtsausschusses forderten die Oppositionsparteien Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) in einem Entschließungsantrag auf, Haiders Aussagen öffentlich zurückzuweisen und "alles zu unternehmen, dass im Rahmen der LehrerInnenausbildung ein Schwerpunkt auf politische Bildung und insbesondere auf die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gesetzt" werde. Das Schweigen der Ministerin sei "unerträglich", kritisierte Brosz.

Keine Stellungnahme

Gegenüber der APA wollte Gehrer "zur Deeskalation der Lage beitragen" und zu den Ausagen Haiders nicht Stellung nehmen. Kritik an Haider übte hingegen der Abgeordnete des Unterrichtsausschusses, Werner Amon (V), in einer Aussendung. "Vokabeln aus dem Tierreich sollten auf dieses beschränkt werden", so Amon. Die "Disqualifikation ganzer Berufsgruppen durch Stimmungsmache und Vorurteile" sei "verantwortungslos". Wenn Haider an echten Reformen interessiert sei, würde er sich "im Ton mäßigen", konstatierte Amon.

Zur Diskussion um die Erhöhung der Lehrverpflichtung meinte Amon, dass vor einer Beurteilung erst die Ergebnisse der vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen Arbeitszeitstudie abgewartet werden sollten. Wenn sich aus dieser ergeben sollte, dass LehrerInnen nicht auf 1.793 Arbeitsstunden pro Jahr kommen würden, sei "ohnehin an Reformen zu denken". Ein "alleiniges Abstellen auf die gesetzlich vorgeschriebene Lehrverpflichtung" sei aber nicht zielführend, würden dadurch doch unter anderem Stundenvorbereitung und die Korrektur von Hausübungen vernachlässigt.(APA)

Share if you care.