Grüne: "Schluss mit Flachliegen"

1. Oktober 2006, 21:22
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BZÖ: "Auf uns hingedroschen" - KPÖ: "Mit viel, viel Glück" - Versorgungsfälle am Tag danach

Grüne: "Schluss mit Flachliegen"

Ihre "vorläufig letzte Pressekonferenz" vor der Nationalratswahl am Donnerstag nutzten die Grünen, um nochmals unter den potenziellen weiblichen Wählern um Stimmen zu fischen. "Schluss mit ,Flachliegen' als Motto der bisherigen Frauenpolitik", diente demnach auch als Kampfansage, der Regierungsarbeit ein schlechtes Zeugnis in dieser Sache auszustellen. Es gebe "ausschließlich Gründe, andere Parteien als die ÖVP zu wählen, und da insbesondere die Grünen", machte die stellvertretende Bundessprecherin Eva Glawischnig klar. (APA)

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BZÖ: "Auf uns hingedroschen"

BZÖ-Obmann Peter Westenthaler gibt sich ungeachtet des jüngsten Parteiaustritts von Justizministerin Karin Gastinger optimistisch über einen Einzug des Bündnisses in den Nationalrat. Trotz einer "Allianz des Widerstands gegen das BZÖ", wo "alle gegen uns sind" und "fleißig auf uns hingedroschen wird", seien sieben Prozent möglich. Die BZÖ-Schlusskundgebung am Stock-im-Eisen-Platz in der Wiener Innenstadt am Freitag wird ohne Jörg Haider über die Bühne gehen. Noch bis vor wenigen Tagen wurde der Kärntner Landeshauptmann von BZÖ-Werber Gernot Rumpold als Redner angekündigt. Bei der offiziellen Terminbekanntgabe fehlt jetzt der Name Haider. (APA)

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KPÖ: "Mit viel, viel Glück"

Die KPÖ zeigt sich im Wahlkampffinale realistisch und hofft kaum noch auf den Einzug in den Nationalrat. Als Wahlziel nannte Spitzenkandidat Mirko Messner bei der Abschlusspressekonferenz am Donnerstag "dazugewinnen". Der Regisseur Kurt Palm, Nummer drei auf der KPÖ-Liste, hofft auf zumindest 60.000 Stimmen: "Das wäre ungefähr so viel, wie zu einem Robbie Williams-Konzert gehen. Da geht die Post ab." Die Wahlwerbung der Konkurrenz kommentiert er launig mit "Idioten ist nichts verboten." (APA)

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Versorgungsfälle am Tag danach I

Was Du nicht vor der Wahl noch schnell unter Dach und Fach bringen kannst, erledige am besten gleich am Tag danach. Unter dieses Motto könnte man den Montags-Termin von Frauen- und Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) stellen. Am Mittwoch tagte das Kuratorium des "Fonds Gesundes Österreich", es ging um die Nachfolge von Geschäftsführer Dennis Beck. Der Sitzung saß Rauch-Kallats Kabinettchef Clemens Martin Auer vor, er überraschte das 13-köpfige Kuratorium mit einer Vorlage, die aus insgesamt 14 Bewerbern eine "Shortlist" von vier Kandidaten in die engere Wahl nahm. An die erste Stelle ex aequo gereiht: der deutsche Gesundheitsexperte Carsten Stephan und Christoph Hörhan, seines Zeichens zweiter Pressesprecher der Ministerin. Das überrascht schon deshalb, weil Hörhan vor einigen Wochen dem Standard versichert hatte, er sei "kein Versorgungsfall" und werde sich um die Position gar nicht bewerben. Von sieben Frauen, die sich beworben hatten, kam nicht eine in die engere Wahl. Für die Wiener SPÖ-Gesundheitsstadträtin Renate Brauner "mehr als befremdlich von einer Ministerin, die der Frauenförderung verpflichtet sein sollte". (stui)

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Versorgungsfälle am Tag danach II

Auch Sozialministerin Ursula Haubner (BZÖ) will gleich nach der Wahl entscheiden, wer Chefin der ausgelagerten "Beruf & Familie Management GmbH" werden soll, die sich um die Familienfreundlichkeit österreichischer Unternehmen kümmert. Hearing ist keines geplant, dafür könnten gleich zwei ihrer Mitarbeiterinnen zum Zug kommen: Haubners Kabinettschefin Irene Slama und Theresia Zierler, derzeit für die Öffentlichkeitsarbeit der Gmbh zuständig. Wiens SPÖ-Spitzenkandidatin Andrea Kuntzl: "Wieder ein Fall von reiner Versorgung, bevor das BZÖ endgültig abgehen muss." (tó/DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2006)

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