Herausforderer Geraldo Alckmin will Öffnung der Wirtschaft

30. Oktober 2006, 00:19
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Arzt und Ex-Gouverneur von Sao Paulo schaffte es nicht, das Sicherheitsproblem der Millionenmetropole zu lösen

Brasilia - Der von Unternehmern favorisierte Geraldo Alckmin will bei der brasilianischen Präsidentenwahl Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva ablösen. Besonders die zahlreichen Armen Brasiliens verweigern dem steif wirkenden Managertyp, der für die Partei der Brasilianischen Sozialen Demokratie (PSDB) antritt, jedoch bisher die Gefolgschaft.

Der 53-jährige Alckmin versucht in der Endphase des Wahlkampfs, mit Korruptionsvorwürfen gegen Lula Boden gut zu machen. Alckmin betonte zudem die wirtschaftlichen Schwerpunkte seines Programms. So kündigte er mehr Freihandelsverträge und eine durchgreifende Öffnung der Wirtschaft an. Insgesamt will Alckmin an der liberalen Wirtschaftspolitik Lulas nicht viel ändern - und sie mit besonderer Berücksichtigung sozialer Belange fortsetzen.

Sozialausgaben

Lula hat für fast alle besonders armen Familien des lateinamerikanischen Landes eine Art Sozialhilfe eingeführt und verspricht bei einer Wiederwahl noch mehr Sozialausgaben. Dass zahlreiche Brasilianer Lula mehr vertrauen als dem gelernten Arzt Alckmin, liegt aber auch an der Wirtschaftsentwicklung: So verdienen die Brasilianer heute mehr als 2003, zudem ist die Arbeitslosigkeit gesunken.

Untersuchungen gegen Lula und dessen mittlerweile entlassenen Wahlkampfleiter wegen einer angeblichen Schmutzkampagne nutzten dem Herausforderer Alckmin wenig, ebenso die Fälle von Bestechung von Parlamentsabgeordneten durch die Regierungspartei PT. Viele Bürger machen Alckmin als früheren Gouverneur von Sao Paulo zudem für das gravierende Sicherheitsproblem der Millionenmetropole verantwortlich. (APA/Reuters)

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    Geraldo Alckmin im Wahlkampf

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