9. Oktober 2006, 11:24
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Edouard de Rothschild, Großaktionär der tief verschuldeten linken französischen Tageszeitung "Libération", plant nach Angaben der Redaktion einen erneuten Sozialplan mit dem Abbau von 70 bis 100 Posten. Ein erster Sozialplan hatte bereits Ende 2005 zu 56 Postenstreichungen geführt.

Auflage stagniert

Trotz einer Finanzspritze von 20 Mio. Euro von Seiten Rothschilds Ende des Vorjahres hat sich die Lage bisher nicht verbessert. Im ersten Halbjahr 2006 erreichten die Verluste des 1973 von Jean-Paul Sartre gegründeten Blattes 6 Mio. Euro, bis Jahresende könnten es 13 Mio. Euro werden. Die Auflage stagniert bei 130.000 Euro am Tag.

Ausgliederung der Webausgabe

Um dem Blatt zu einem erneuten Aufschwung zu verhelfen, plant Rothschild die Austöchterung der Webausgabe sowie die Ernennung eines neuen Chefredakteurs. Kandidaten sind der ehemalige Chefredakteur von "Le Monde", Edwy Plenel, sowie der Chefredakteur des linken Wochenmagazins "Le Nouvel Observateur", Laurent Joffrin, der zuvor bereits Redakteur bei "Libération" war.

Rothschilds Versuche mittels der Handelsbank Lazard, neue Investoren für das Blatt zu finden, blieben bisher fruchtlos. Einen Hoffnungsschimmer stellt die vergangenen Freitag ins Leben gerufene Lesergesellschaft, der bisher bereits einige hundert Personen beigetreten sind. Die Gesellschaft der Redakteure des Blattes, die 18,45 Prozent des Kapitals kontrolliert, forderte Rothschild auf, "das Überleben der Zeitung zu sichern und sich nicht allein auf eine Unternehmenspolitik der Streichungen zu beschränken". Bei seinem Einstieg in das Kapital der Zeitung hatte Rotschild versprochen, bis 2012 keine Posten zu streichen.(APA)

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