Frankreich und Senegal bekämpfen illegale Einwanderung gemeinsam

9. Oktober 2006, 16:06
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Paris stellt Ressourcen zur Verfügung, um Behörden des westafrikanischen Landes bei Überwachung der Küstenregion zu helfen

Dakar - Frankreich und der Senegal haben am Samstag ein Abkommen zur Eindämmung der illegalen Einwandererströme nach Europa unterzeichnet. Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy sprach bei seinem Besuch in Dakar von einer bisher beispiellosen Vereinbarung in der Geschichte der beiden Länder. Sein senegalesischer Kollege Ousmane Ngom erinnerte an die zahlreichen jungen Afrikaner, die sich kriminellen Banden anvertrauten, um nach Europa zu kommen.

Das Abkommen sieht vor, dass Frankreich Ressourcen zur Verfügung stellt, um den Behörden des westafrikanischen Landes bei der Überwachung der Küstenregion zu helfen. So soll verstärkt gegen Menschenschmuggler vorgegangen werden. Angedacht sei dabei auch eine Kooperation mit der neuen EU-Grenzbehörde Frontex, die seit vergangenem Monat vor Westafrika patrouilliert. Hoch qualifizierten Senegalesen dagegen soll es erleichtert werden, ein Visum für Frankreich zu bekommen.

Zehntausende auf der Flucht

Jedes Jahr versuchen zehntausende Afrikaner in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf dem Seeweg illegal nach Europa einzuwandern. Viele von ihnen sterben auf der Überfahrt an Hunger oder Erschöpfung, die Boote sind meist überfüllt. Allein in diesem Jahr kamen bisher mehr als 24.000 Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln an.

In Frankreich dürfte das Thema auch eine Rolle im Präsidentschaftswahlkampf im kommenden Jahr spielen. Sarkozy, der als konservativer Kandidat für das Amt gilt, war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er sich für strengere Aufenthaltsregelungen für Einwanderer in seinem Land einsetzte. In etlichen afrikanischen Staaten wurde er dafür heftig kritisiert.(APA/Reuters)

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