Stephansplatz: Stenzel beharrt auf "Respektzone"

13. November 2006, 16:35
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Auch Caritas und Rote Nasen im Visier - "Urbanität in der City fördern" - Rücktrittsgerüchte "aus der Luft gegriffen"

Die Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt, Ursula Stenzel, lässt nicht locker: Sie pocht auf die Einhaltung der "Respektzone" rund um den Stephansplatz. Auch den Lärmpegel im so genannten Bermudadreieck will sie reduzieren. Stenzel hat am Freitag betont, dass sie entsprechend den Wünschen von Bewohnern und Geschäftsleuten handelt. Kritik übte sie erstmals auch an einer kirchlichen Organisation.

Verhängt wurde die Respektzone im vergangenen Frühjahr mit folgender Begründung: "Die neue Zone der Besinnlichkeit (Respektzone) rund um den Stephansdom wird die Einmaligkeit dieses Raumes besonders hervorheben und die Schönheit des Domes noch mehr unterstreichen, weil optische und akustischen Ablenkungen reduziert werden sollen." Nur mehr kirchliche Veranstaltungen sollten erlaubt sein.

Nun ist jedoch auch die Caritas mit einer Rüge der Bezirksvorsteherin bedacht worden. Deren derzeit laufender Aktionstag - samt Infostand beim Steffl - würde laut Stenzel "jeder SPÖ-Veranstaltung zur Ehre gereichen". Unter dem Etikett der Veranstaltung werde Wahlkampf gemacht, kritisierte sie. Das Motto der Veranstaltung lautet "unfreiwillig_ausgegrenzt" und thematisiert Armut in Österreich.

Eine Sprecherin der Caritas wies die Vorwürfe der seit Dezember 2005 amtierenden Bezirkschefin am Freitag zurück. Der Aktionstag sei festgelegt worden als der Wahltermin noch gar nicht festgestanden sei, hieß es.

Kritik an Roten Nasen

Wenig Freude hat Stenzel auch mit den "Roten Nasen". Sie schätze zwar den Verein, doch auch er werde den Stephansplatz im Rahmen eines Aktionstages bespielen, wobei lediglich eine Bühne am benachbarten Stock-im-Eisen-Platz genehmigt worden sei. Die Veranstalter der Fußball-EM im Jahr 2008 dürfen ebenfalls nicht mit dem Stephansplatz rechnen. Es sei bereits "angeklopft" worden, ob die Präsentation des EM-Maskottchens dort stattfinden könnte. Der Bezirk wünsche dies jedoch nicht, betonte Stenzel.

"Es geht darum, die Urbanität in der City zu fördern", begründete Stenzel ihre Initiativen. Aber auch die Sicherheit sei ihr ein Anliegen, betonte sie. Darum gibt es nun auch verstärkt Schwerpunktaktionen im Beisl-Gegenden - wie etwa am Rudolfsplatz oder im so genannten Bermudadreieck. Die Bewohner dort wollten nicht täglich einen "Spießrutenlauf über Glasscherben oder Erbrochenen" absolvieren. Lokalen, die "Kampftrinken" ermöglichen oder zu laute Musik spielen, drohen nun frühere Sperrstunden oder gar der Entzug der Gewerbeberechtigung.

Zuletzt war kolportiert worden, dass Stenzel - die sich mit ihrer restriktiven Vorgangsweise nicht nur Freunde gemacht hat - bereits Ende dieses Jahres wieder zurücktreten soll. Diese Gerüchte seien aus der Luft gegriffen, betonte sie heute: "Ich denke nicht an Rücktritt." Diesen wünsche nur die SPÖ, obwohl diese "bei Gott" andere Sorgen habe. Laut Stenzel ist das Streuen eines derartigen Gerüchtes ein im Wahlkampf üblicher "Dirty Trick". (APA)

  • Geht es nach Ursula Stenzel, sollen Feste und Versammlungen am Stephansplatz bald der Vergangenheit angehören
    foto: der standard/matthias cremer

    Geht es nach Ursula Stenzel, sollen Feste und Versammlungen am Stephansplatz bald der Vergangenheit angehören

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