Immoeast legt im ersten Quartal kräftig zu

10. Oktober 2006, 13:49
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Wert der Immobilien sollte auf Zweijahressicht um 20 Prozent steigen - Bei Investitionen über Plan - Umsatz- und Ertrag im ersten Quartal verdreifacht

Wien - Die gute Entwicklung auf den zentral- und osteuropäischen Immobilienmärkten sollte auch in den kommenden vier bis fünf Jahren anhalten. Allein auf Grund der Anpassung der Renditen auf das westliche Niveau und den damit verbundenen steigenden Immobilienpreisen rechnet die Immoeast in den kommenden zwei Jahren mit einer Wertsteigerung ihres Immobilienvermögens um rund 20 Prozent. "Das sollte sich dementsprechend auch positiv auf den Aktienkurs auswirken", meinten die beiden Vorstände der börsenotierten Immoeast Immobilien Anlagen AG, Karl Petrikovics und Norbert Gertner, am Freitag bei der Quartalspressekonferenz in Wien.

Mittel- und Osteuropa (CEE) bleibe weiterhin eine interessante Region, auch die allgemeinen Wachstumserwartungen blieben mit 4 bis 6 Prozent weiter höher als in den alten EU-15-Ländern mit ihren rund 2 Prozent. "Die Märkte sind von ihrer Gesamtverfassung her hoch interessant", meinte Petrikovics.

Immoeast habe sich zu einer der größten kontinentaleuropäischen Immobiliengesellschaften entwickelt und sei hervorragend ins neue Geschäftsjahr gestartet. "Wir konnten die größte Kapitalerhöhung, die ein europäisches Immobilienunternehmen bisher durchgeführt hat, vollständig und problemlos platzieren", so der Vorstandsvorsitzende. Umsatz und Ertrag konnten im ersten Quartal verdreifacht werden, vom 5 Mrd. Euro-Investitionsprogramm seien bereits 2,55 Mrd. Euro investiert worden. Damit liege man besser als geplant. Das heurige Jahr werde noch besser als das vorangegangene Geschäftsjahr verlaufen.

Ergebnisplus von 233 Prozent

Im Detail konnte das operative Ergebnis (EBIT) im ersten Quartal um 233 Prozent auf 67,9 Mio. Euro gesteigert werden, der Cash Flow aus dem Ergebnis hat sich auf 17,4 Mio. Euro fast verfünffacht, das Vorsteuerergebnis verbesserte von 30,2 auf 56,9 Mio. Euro. Das Eigenkapital ist vor allem durch die Kapitalerhöhung von 2,75 Mrd. Euro im Juni von 1,5 auf 4,36 Mrd. Euro gestiegen. Der Verkehrswert der Immobilien legte um 214 Prozent auf 2,86 Mrd. Euro zu.

Auch die Aktionäre könnten zufrieden sein, betonte Gertner. Auf Einjahressicht weise die Immoeast unter den heimischen Immobiliengesellschaften mit einem Plus von 17,4 Prozent die beste Performance auf. Seit dem Börsegang im Dezember 2003 sei der Aktienkurs um 62 Prozent gestiegen, seit der Kapitalerhöhung im Juni um 13 Prozent. Die Immoeast-Aktie könne auch mit internationalen Aktienindizes wie DAX, Eurostoxx oder MSCI World mithalten. Mit einer Marktkapitalisierung von 5,1 Mrd. Euro liege Immoeast nunmehr hinter Rodamco (Niederlande, 7,6 Mrd. Euro), Metrovacesa (Spanien, 7,5 Mrd. Euro) und Unibail (Frankreich, 7,0 Mrd. Euro) an vierter Stelle der größten kontinentaleuropäischen Immobiliengesellschaften.

Markteinstieg in der Ukraine und Russland

Die börsenotierte Immoeast ist im ersten Geschäftsquartal 2006/07 (per 31. Juli) erstmals in den ukrainischen und russischen Immobilienmarkt eingestiegen. In der Ukraine kooperiert die Gesellschaft mit dem ukrainischen Entwickler Alacor im Logistikbereich, in Russland erfolgte erste Direktinvestitionen in zwei Einkaufszentren in Moskau.

Der Investitionsschwerpunkt der zu 50 Prozent zur ebenfalls börsenotierten Immofinanz zählenden Gesellschaft lag im ersten Geschäftsquartal 2006/07 aber weiterhin in den zentral- und osteuropäischen EU-Staaten Ungarn, Polen, Tschechien und Slowakei und den Kandidatenländern Rumänien und Bulgarien. Als nächster Markt im Visier der Immo-Gesellschaft steht Serbien.

Sektoral war vor allem der Einstieg in den Bereich Wohnbau erwähnenswert, so die beiden Vorstände Karl Petrikovics und Norbert Gertner beim heutigen Pressegespräch. In Rumänien, der Slowakei, Bulgarien und Polen wurden vier Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Mio. Euro fixiert. Dazu komme das bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr fixierte Wohnbau-Joint-Venture im Baltikum mit dem britischen Wohnbaukonzern Grainger.

"Sehr viel" erwartet sich Petrikovics vom Einstieg bei der ungarischen TriGranit Holding, dem führenden Immobilienentwickler der Region. Immoeast ist mit 25 Prozent beteiligt, die Höhe des Investments wird mit 400 Mio. Euro beziffert. Damit habe Immoeast ihr Engagement im lukrativen Entwicklungsgeschäft deutlich ausgeweitet und verfüge zudem über einen direkten - und günstigen - Zugang zu einigen der attraktivsten Investments in der gesamten Region. Auch einen späteren Börsegang der TriGranit könnte es geben.

Vertraglich ficiserte Investitionen

Mit den 2,55 Mrd. Euro bereits vertraglich fixierten Investitionen sei bereits rund die Hälfte des geplanten Gesamtvolumens von 5,2 Mrd. Euro realisiert worden. Die Arbeiten an den in den restlichen drei Quartalen vorzunehmenden Investments seien ebenfalls bereits weit fortgeschritten. Das gesamte noch ausstehende Volumen von 2,65 Mrd. Euro befinde sich bereits im Stadium der Endverhandlungen bzw. werde derzeit die Due-Diligence-Prüfung vorgenommen, so Petrikovics. Darüber hinaus gebe es noch Investitionen im Ausmaß von weiteren 560 Mio. Euro. Zum Ziel, bis 30. April 2007 das Immobilienvermögen auf 7 Mrd. Euro zu erhöhen, sei man gut unterwegs, meinte Gertner.

Von den derzeit in Budapest stattfindenden Demonstrationen gegen die Regierung erwarten sich die Immoeast-Vorstände keine negativen Auswirkungen. Es handle sich dabei um "kurzfristige politische Entwicklungen", meinte Petrikovics. Von der Dynamik der Volkswirtschaft her boome das Land. Ob sich dies auch in den Steuer- und Budgetzahlen niederschlage, mag eine andere Sache sein. Die Lage werde sich rasch beruhigen. "Die Ungarn sind halt die Italiener Osteuropas", so Petrikovics.

Die Immoeast-Aktie, die nach der Veröffentlichuing in den Morgenstunden des Freitag auf 9,51 Euro gesprungen war, fiel bis gegen 14.00 Uhr wieder auf 9,47 Euro zurück. Dies entspricht einer Steigerung von drei Cent. (APA)

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